Teil eines Werkes 
5.-7. Bdchn. (1845)
Entstehung
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ihrer Freuade, begeiſtert von Kampfluſt, Vaterlands⸗ liebe und Ruhmbegierde; die armen Frauen dagegen müſſen einſam, in ihrer ſtillen Wohnung verſchloſſen, das Schwertgeklirr und das Schlachtgeheul aus der Ferne mit anhören und dabei denken: In dieſem Au⸗ genblick vielleicht fällt mein Gatte, mein Vater, mein Bruder. Wer von beiden bedarf mehr Stärke, mehr Sicherheit, mehr Muth? Du weinſt, arme Laudomia 2 Ich ſchildere Dir Deine künftige Lage nicht, um Dich zu erſchrecken ober zu betrüben, ſondern damit Du lernſt, welche Pflichten einem Weibe, einer Gattin in einer freien Stadt obliegen, damit Du ſie bedenkſt und überlegſt und die Heiligkeit und Wichtigkeit derſelben erkennſt. Stärke Deinen Muth und bereite Dich, ſie ſtandhaft zu erfüllen, und pflege in Dir den evlen Ge⸗ vanken, daß den Frauen viele Kraft verliehen iſt, für die Freiheit eines Volkes zu wirken und erhabene, edle Handlungen hervorzurufen, wenn ſie dieſelbe kennen und zu gebrauchen wiſſen, und ich bin gewiß, Du wirſt es wollen und können.“

„O gerne, mein lieber Vater! ich werde nicht er⸗ mangeln; auch weine ich nicht aus Schwäche, denn ich bin Eure Tochter. Gewiß!— Aber ich will nicht be⸗ herzter erſcheinen, als ich bin— daran denken müſſen, daß Gott mir heute Lamberto gibt und vielleicht mor⸗ gen“— Hier wurde die Stimme der Jungfrau von einer Thränenflut unterbrochen, die ſie vergeblich zu hemmen ſuchte. Dennoch zwang ſie ihren bebenden Lippen ein Lächeln ab und ſagte:

„Nein, mein lieber Vater, zweifelt nicht an mir! Gott wird mir Kraft geben, und da Ihr doch glaubt, daß auch die Frauen zu Etwas gut find, ſo wird Eure Laudomia Euch dieſe Meinung nicht benehmen. Wir ſind ja nicht auf dieſer Welt, um zu genießen, ſondern um zu leiden, wenn es Gott gefällt.“

„Wohlgeſprochen, liebe Tochter! Die wahre, die ginzige Lebensweisheit beſteht nicht darin, ſich mit einem