Teil eines Werkes 
5.-7. Bdchn. (1845)
Entstehung
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54 ich mich deſſen noch mit größerem Rechte rühmen kön⸗ nen.

Hier drückte Laudomia ihre warmen Lippen auf ſeine kalte Hand und benetzte ſie mit ihren Thränen. Er fuhr mit ſanfterer Miene fort:

Du kannß, meine liebe Laudomia, eine Gelegen⸗ heit ſinden, Dich als würdige Tochter Gottes und des Vaterlandes zu zeigen, die Dich theuer zu ſtehen kommt. Dein erſter Gedanke, Dein erſtes Gefühl gehört unter allen lebenden Weſen zuerſt Lamberto; deſſenungeachtet mußt Du ihm Gott und das Vaterland, welche in ge⸗ wiſſer Beziehung Eins find, noch vorziehen; denn das Wohl des einen iſt unzertrennlich von dem Willen des andern. Denke daran, meine liebe Tochter, daß wir in einer Zeit leben, in welcher Du varauf gefaßt ſein mußt, daß dieſer Lamberto, den Du liebſt un der bald der Vater Deiner Kinder, Deine einzige Stütze, Dein einziger Troſt ſein wird, der Dir nach mir noch bleibt, ſich Wunden und dem Tode zum Beſten des Staates entgegenwirft, und Du mußt es mit heiterem Auge anſehen und ihn anſpornen, ſich noch in größere Ge⸗ fahren zu ſtürzen. So oſt er Dich verläßt, mußt Du denken, es wird vielleicht das letztemal ſein, und darfſt nicht weinen, Dich nicht beklagen, darfſt Dich nicht zuviel den Umarmungen und Liebkoſungen hingeben, mußt jene Worte zurückhalten, welche das Gefühl bei ſolchen Gelegenhetten raſch und heftig auspreßt und die nur dazu vienen, den Muth zu erſchüttern und zu ſchwächen, weil ſie zu ſehr an die Süßigkeit des Lebens erinnern, wenn es eben darauf ankommt, es zu ver⸗ achten.

Das Vaterland ſtellt, wenn es in Gefahr iſt, große Anforderungen an die Männer, aber zuweilen noch größere an die Frauen; von den einen verlangt es Blut und das eigene Leben, von den andern das ihrer Lieben. Die einen finden den Tod in der Hitze des Karhpfes vor den Augen ihrer Mitbürger und