Teil eines Werkes 
5.-7. Bdchn. (1845)
Entstehung
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wahr iſt? Der arme Lamberto! Es hätte ihm ja Freude gemacht.

Es wird ihn noch mehr freuen, wenn er es aus Deinem Munde hört, erwiederte Niccolo. Dann nahm er eine Hand ſeiner Tochter zwiſchen die ſeinige und fuhr fort mit einem Gefühl, welches noch rührender durch die Milderung des ſonſtigen Ernſtes ſeiner

ge:

Liebe Laudomia, Du biſt im Begriffe, den ſchwer⸗ ſten und wichtigſten Schritt im Leben eines Weibes zu thun; bei dieſer Gelegenheit bevürfteft Du mehr, als bei jeder andern, den Rath einer Mutter, aber leider haſt du ſie verloren, vom Himmel herab ſchenkt ſie Dir ihren Segen und ihr Gebet. Kann ich auch nicht ganz ihre Stelle vertreten, ſo wird doch meine innige Liebe für Dich und ihr Geiſt mir von dort oben herab die Plane und Rathſchläge eingeben, die für Dich die beſten find. Du ſiehſt, in welchen Ge⸗ fahren dieſes Volk ſchwebt, und wenn Du in glück⸗ licheren Tagen Dir ein vergnügtes Leben als Gattin Lamberto's verſprechen dürfteſt, ſo bitte ich Gott um ſo mehr unter den jetzigen Umſtänden, und er weiß, mit welcher Innigkeit, Dich glücklich zu machen und lieber auf mein Haupt allen Kummer zu häufen, um ihn Dir zu erſparen. Wird aber mein Gebet erhört werden? Bewaffne Dich mit Stärke, liebe Laudomia, denn Du wirſt ſie bei den Gefahren, die unſerer Stadt drohen, nöthig haben. Sei auf Alles gefaßt und ſtärke Deinen Muth, damit Du Dich in jeder Lage Deines Glaubens, Deines Vaterlandes und des Blutes, das in Deinen Adern fließt, und das ich, Gott ſei Dank! euch in Freiheit und Ehre geſchenkt habe, würdig zei⸗ gen mögeſt.

Hier verfinſterten ſich auf einmal die Züge des Greifes; er zog die Augenbrauen zuſammen, hob die geballte Fauſt drohend empor und rief:

O Liſa, Liſa! wenn Du nicht wäreſt, ſo würde