Teil eines Werkes 
5.-7. Bdchn. (1845)
Entstehung
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Lamberto verließ das Zimmer mit dankerfülltem Herzen und wo möglich geſteigerter Ehrfurcht vor Nic⸗ colo; ſeine Gedanken aber wendeten ſich ganz auf Lau⸗ domia und faßten und verwarfen tauſend Plane, wie er es anfangen wolle, ihr ſeine Liebe zu entvecken. Er würde keinen Augenblick gezögert haben, ſie aufzu⸗ 1 ſuchen, hätte nicht aus irgend einem unbedeutenden 1 Beweggrund eine Zuſammenkunft der bewaffneten Jüng⸗ 1 linge auf dem Markplatze ſtatt gefunden, weßhalb die 1 jungen Männer aus dem Hauſe der Lapi daſſelbe ver⸗ und erſt gegen das Ende des Tages zurück⸗ 1 ehrten.. 5 Ehe es jedoch Abend wurde, hatte Laudomia ſchon ein Geſpräch unter vier Augen mit ihrem Vater ge⸗ habt, in welchem ihr derſelbe ſeine Unterredung mit Lamberto erzählte und ihr voll Vergnügen verſicherte, daß er ſie liebe. Auf Laudomias Geſicht zeigte ſich ein Stral ſo reiner Freude, daß man wohl ſehen konnte, daß die Liebe etwas Göttliches iſt, ſo lange keine Schuld ſie befleckt, keine Furcht ſie betrübt und 1 keine Reue fie ſtört. Sie hob ihre feuchten Blicke zum Himmel, faltete die Hände, kreuzte ſie auf der Bruſt 1 und das Dankgefühl gegen Gott, die Liebe zu Lam⸗ berto ſchmolzen in ihrem Herzen zu einem einzigen unausſprechlichen, glühenden Gefühl zuſammen, das ihre Farbe in ein leichtes Roth verwandelte, während ſie mit zitternder Stimme ſagte: Armer Lamberto! Ich wußte es wohl! Niccolo drückte ſie an ſein Herz, küßte ſie auf die Stirne und fügte dann hinzu:

Ich wollie ihm nicht entdecken, daß ich in Dei⸗ ner Seele geleſen habe, und ſagte ihm nicht, daß Du ihn liebſt.

Laudomia ſah ihm ins Geſicht und ſprach ganz

verwundert mit ſo unſchuldigem und aufrichtigem We⸗ ſen, daß der Alte darüber lächeln mußte:

Ei, warum es ihm nicht ſagen, wenn es doch