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und andere Behörden zur Aufrechthaltung der Geſetze zu wählen? Erlangt man Stimmen von freien Män⸗ nern, wenn dieſelben käuflich find und die Reichen ſie bezahlen?
„Hüte Dich, ich wiederhole es Dir, vor dieſer Partei; ſie ſind die gefährlichſten Feinde der Freiheit, denn im Anfang kann man ihnen nicht ſteuern, weil ihre Schuld zu verborgen iſt, nachher aber nicht, weil ſie zu mächtig ſind.“
Die Worte des Greiſes waren ſo vertraulich, daß Lamberto halb verwundert, halb gerührt die Augen nicht aufſchlug und ihm in der tiefſten Ehrfurcht zu⸗ hite Hier konnte er aber den Ausruf nicht zurück⸗ halten: 3
„Mein Gott, Ihr ſprecht, als wenn Eure ietzte Stunde nahe wäre! Wozu dieſe Reden? Ich bin nicht in ſolchen Umſtänden, vaß ich in Florenz je auf ein bedeutendes Anſehen Anſpruch machen könnte; ſollte es aber je ſo weit mit mir kommen, ſo wird es hoffent⸗ lich Gott geſtatten, daß Ihr mich durch Euren Rath lenken und ermuthigen möget.“
„Vielleicht wird die Zeit, von der Du ſprichſt, frühe herbei kommen; aber dennoch wird ſie uns nicht mehr beiſammen finden. Ich will aus gutem Grunde dieſe Ermahnungen gerade heute an Dich richten, da ich Dich heute mehr denn je als meinen Sohn be⸗ trachte. Ich ſehe, mein lieber Lamberto, meine Worte betrüben Dich, ſie machen auf Dich den Eindruck eines ewigen Abſchieds; Gott weiß, wie ſehr mich Deine Liebe rührt, jetzt aber iſt es Zeit, männliche Gedanken zu hegen, nicht aber weichlichen Gefühlen nachzuhängen. Früher oder ſpäter müſſen wir ja alle von hinnen gehen. Wann? darauf kommtnicht viel an. Ich wünſchte aber doch, daß mich der Tod nicht unvorbereitet träfe, ehe ich über Alles verfügt habe, ſowohl was mein Haus, als was das Wohl der Stadt betriſſt. Gehe nun hin, Gott ſegne Dich tauſendmal!“


