Teil eines Werkes 
5.-7. Bdchn. (1845)
Entstehung
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er begeht, indem er ſich der Zügel des Staates be⸗ mächtigt.

Daher ſei es immer Euer erſter Gedanke, beide aufrecht zu halten; denn nur dann werdet Ihr feſt ſtehen können.

Die Palleschi find aber nicht die einzigen Feinde, welche wir zu fürchten haben. Ich vernehme leiſe Ge⸗ rüchte, die mich mit bedeutender Beſorgniß erfüllen; ſollte die Partei des Nieccolo Capponi, dieſe Partei der Vornehmen, welche die Obergewalt unter Wenige vertheilt wiſſen will, mächtiger werden, ſo wird von ihnen größere Gefahr zu befürchten ſein, als von den Palleschi und von den äußeren Feinden. Denn dieſe halten es ſcheinbar mit dem Volke; darf man aber deshalb ihren Abſichten trauen? Zu jeder Zeit und bei allen Völkern ging das Streben der Adelichen und der Reichen immer dahin, den Staat zu unterdrücken, um dadurch ihre Güter zu vermehren und ſie mit grö⸗ ßerer Sicherheit zu genießen, und ſie haben ſich daher bei allen Staatsumwälzungen und Bürgerkriegen mehr zur Tyrannei als zur Freiheit geneigt. Auf dieſe Par⸗ tei muß man daher ein wachſames Auge haben. Lam⸗ berto, ich habe manche Unterredung mit dieſen Fein⸗ den unſeres Staats gehabt, und immer dieſelben An⸗ ſichten bei ihnen getroffen; daher habe ich auch mit Dir davon ſprechen wollen, damit Du, wenn Du einſt ein obrigkeitliches Amt bekleideſt(und dann wird mit Gottes Hülfe dieſe Belagerung aufgehoben, die Stadt wird frei und glücklich ſein und ich werde nicht mehr leben), wenn Du dann zu den Lenkern des Volkes ge⸗ hörſt, Dich an Niccolo's Worte zum Beſten Deines Vaterlandes erinnerſt. Wiſſe auch, Lamberto, daß bei einem verderbten Volke, wie es das unſrige nur zu ſehr iſt, gute Geſetze und Verordnungen nicht viel helfen, ja ſogar gar Nichts, wenn nicht den Großen und Reichen verwehrt iſt, ſich zu verbinden und eine eigene Partei zu bilden. Was hilft es, Obrigkeiten