Teil eines Werkes 
5.-7. Bdchn. (1845)
Entstehung
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einem Unſchuldigen wehe zu thut. Sie verlangen Beweiſe, und dieſe verſteht der Schurke zu entkräften. Nur zu ſehr war dieſes bei Niccolo der Fall, welcher immer und immer wieder über Troilo's Benehmen nachdachte und nicht wußte, wo er er ihn faſſen ſollte, fich aber immer wieder ſagen mußte: Es mag Einbil⸗ vung ſein oder vielleicht auch der Haß, den ich ſo lange gegen ihn gehegt habe, aber er gefällt mir nun einmal

ganz und gar nicht.

Dann ſprach aus ihm der kühne Muth, der nicht hundert Männer, geſchweige einen einzelnen fürchtete; Am Ende mag er ſein, was Gott will, die Zeit wird Alles aufklären. Und um ſich von dieſen ängſtlichen Gedanken abzuziehen, begann er ſich anzukleiden; denn ſchon ertönte von mehreren Kirchen das Morgenge⸗ läute. Dann verrichtete er ſein Gebet vor der Niſche, in welcher ſich die Aſche des Bruders Girolamo be⸗ fand, zündete an der Lampe⸗ welche Tag und Nacht daſelbſt brannte, eine Kerze an, ſchürte das Feuer im Kamin und ſetzte ſich dann nieder, um nachzudenken, wie er am beſten ſeinen Plan, Laud omia mit Lamberto zu verheiraten, ins Werk ſetzen könnte; denn er glaubte, wenn ihm dieſes gelänge, in einer ſo bewegten Zeit ſeiner Tochter den beſten Beſchützer verſchafft zu haben. Er faßte den Entſchluß, keine Zeit zu verlieren und vem jungen Mann ſein Herz noch an demſelben Tag zu eröffnen; nur ſtand er in Zweifel, ob er mit ihm ſprechen, oder ihm ſchreiben ſollte, endlich entſchied er ſich für ein Geſpräch unter vier Augen, denn ſo hielt er es für leichter, Lamberto's Inneres auszufor ſchen. Um keinen Preis hätte er gewünſcht, daß Lamberto ſei⸗ nem Herzen Gewalt angethan hätte, blos um ihm gefällig zu ſein.

Inzwiſchen war es nach und nach Tag geworden und Riccolo hörte im obern Stock Monafede, die ihren Geſchäften emfig nachging. Er trat an die Treppe⸗ rief ſie herab und ſaßte ihr, fie möge Lamberto zu ihm