Niecolo war mit dieſer Antwort ſehr zufrieden ge⸗ weſen und auf die Entwicklung der Art übergegangen, wie er ſeinen Plan ins Werk ſetzen könnte. Er hatte ſich vorgenommen, abzuwarten, bis die erſte Aufregung, welche Lamberto empfinden mußte, wenn er bei ſeiner Heimkehr eine ſolche Veränderung wahrnahm, vorüber⸗ gegangen ſein würde, und dann ſelbſt die Sache zur Sprache zu bringen. Jetzt dachte Laudomia über die⸗ ſen Vorſatz ihres Vaters nach, ſagte zu ſich ſelbſt: „Welches Glück, daß ich dieſe Anträge ausgeſchlagen habe!“ und wendete ſich dann zu der heiligen Jung⸗ frau, die göttliche, reine Mutter, und flehte ſie an, ſie möge den Segen des Himmels auf ihr Herz herabru⸗ fen, ſie möge ſie unter ihren Schutz nehmen und ſie bei jeder Handlung, bei jedem Gedanken unbefleckt erhal⸗ ten. Und während ſie ſo betete, fühlte ſie, daß ſie es auch für Lamberto that; denn mit ihm glaubte ſie von nun an jeden Wunſch, jeden Vortheil und das ganze Leben gemeinſchaftlich zu haben.
Mit ganz verſchiedenen Gedanken, ſo fern von vieſen, wie die Hölle vom Paradieſe, wie die Seele eines Verräthers von der eines Engels, wachte Troilo an Liſas Seite, denn nur ſie, die jetzt ihren höchſten Wunſch erreicht hatte und ihre Glückſeligkeit für im⸗ mer feſtbegründet glaubte, ſchlief ruhig und ſüß. Sie wußte nicht, die Arme, daß gewiſſe Verirrungen der Strafe niemals entgehen, auch in dieſem Leben, daß dieſelbe zuweilen zogere, aber den, der einmal von Gott auf die Liſte der Sünder geſetzt iſt, nie aus den Augen verliere und ihn noch nach langen Jahren er⸗ eile, wenn er ſich vielleicht nicht einmal mehr deren erinnert, ſie verdient zu haben.
Aber Troilo war in eine zu ſchwierige Lage ver⸗ ſetzt, um ſo ſchnell einſchlafen zu können; er mußte je⸗ den Schritt vorher überlegen und erwägen, den er auf ſeinem gefährlichen Pfade zu machen hatte, und er ſprach daher zu ſich ſelbſt:„Da wäre ich denn ein⸗


