Teil eines Werkes 
5.-7. Bdchn. (1845)
Entstehung
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wöhnlichen ſonderbaren Kopfſchütteln hinzu,ich doch nicht haben gedrunken!

Lamberto ſchalt ihn und mußte doch über ſein Weſen lachen. Er rieth ihm, ſeine Wuth durch einen guten Schlaf zu dämpfen, und Moritz ging hinaus, kmmer vor ſich hinmurmelnd:Ich eben doch nicht ge⸗ vrunken haben.

Kaum eine halbe Stunde vermochte es Lamberto im Bette auszuhalten. Die unerträgliche Wallung ſei⸗ nes Blutes jagte ihn vom Lager empor und leicht be⸗ kleidet öffnete er das Fenſter, um friſche Luft zu ſchöpfen. Zu harte Proben legte ihm die Entſagung auf, die er ſich vorgeſetzt hatte. Man bedenke nur, was ſein Herz bei dem Gedanken empfinden mußte, ſich in demſelben Zimmer zu befinden, das er vor wenigen Jahren voll Liebe und Hoffnung, voll ſeliger Täuſchungen verlaſſen hatte! Neben ihm ragte verſelbe Söller, wo ihm Liſa jene Roſe, das nur zu paſſende Bild ihrer Beſtändig⸗ keit, gegeben hatte. Für fie hatte er ſich von Laudomia entfernt, war Gefahren und Entbehrungen entgegen gegangen, hatte ſeine Mutter verlaſſen(und leider für immer), für ſie haite er der unglücklichen Selvaggia am Ufer des Po das tröſtende Mitleid verſagt, der unglücklichen Selvaggia, deren Andenken ſich immer wieder vor ſeine Seele drängte. Er verglich ſie mit Liſa und rief aus:Warum vergibt doch Gvit alle Sünden und die Menſchen verzeihen blos einige! Sein Wort brechen, Vaterland und Verwandte verrathen, das kann noch Entſchuldigung und Vergebung finden,

und eine Unglückliche, die von ihrem eigenen Vater verrathen und wiverſtrebend an den Abgrund der Sünde geriſſen wurde, ſoll kein Mitleid, kein Erbarmen fin⸗ den? Sie ſoll ihr elendes Leben hinbringen unter Hehn und Mißhandlung, die Andere aber wird wieder aufge⸗ nommen, jeder Anderen fortan gleich geehrt und kann in Zukunft vergnügt und glücklich leben! Wie ſchmerzlich ward es ihm, daran denken zu müſſen, daß fie ſich eben