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ſo viele heitere als trübe Erinnerungen erregte. Er rief ſeinen Diener, um ſich entwaffnen zu laſſen, und während Moritz ihm hiezu behilflich war, konnte er ſich nicht enthalten, zuweilen zu ſeufzen, was der Auf⸗ merkſamkeit des treuen Dieners nicht entging, der kein Auge von dem Geſicht ſeines Herrn verwendete. Der Schweizer ſchüttelte den Kopf, denn er wagte es nicht, das Geſpräch zuerſt auf das zu bringen, was nach ſei⸗ ner Vermuthung die Gedanken ſeines Herrn erfüllte, ſein Herr aber bemerkte die auffallenden Geſten des Dieners nicht und dieſer war mit dem Ausziehen der Rüſtung fertig geworden, ohne daß es ihm gelungen war, Lamberto's Aufmerk amkeit auf ſich zu ziehen. Moritz ſchickte ſich an, die Rüſtung Stück für Stück zu reinigen und mit einem Lumpen abzureiben, worauf er ſie an den in der Mauer befeſtigten Kloben aufhing. Als er an den Dolch kam, zog er dieſen aus der Scheide, um die Klinge zu reinigen, und ließ ihn im Lichte blin⸗ ken, um zu ſehen, wo er etwa Schaden gelitten habe. Dann bevobachtete er unter dem Putzen heimlich die Miene ſeines Herrn, der ſich entkleidete, um zu Bett zu gehen, und mit finſterer Geberde daſtand. Als er ihn ſo ſah, konnte er ſich nicht enthalten, während der Arbeit vor ſich hin zu ſagen:
„Ich wohl wiſſen, wo gut anwenden, dieſe ſchöne Klinge.“
„Und wo?“ fragte Lamberto halb lächelnd, da er ungefähr errieth, was Moritz ſagen wollte.
„Gut anzuwenden in der Bruſt von Herr Drollig.“
„Stecke den Dolch in die Scheide, fteck ihn in die Scheide, du Narr, und geh zu Bette!“
„Geh ſchon, aber Herr Drollig Verrätbergeſicht haben. Kein Biedermann der! Ich ſein arm Soldat, arm Bedienter, nicht reden dürfen, aber dieſen Abend ſagen wollen: Nicht drinken, Herr Lamberto, nicht drinken!„ Und ich fügte er mit ſeinem ge⸗
Niccolo de' Lapi. M. 3


