Teil eines Werkes 
5.-7. Bdchn. (1845)
Entstehung
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Schelm kannte dieſe unter den Piagnonen verbreitete

Sage und hatte ſelbſt mehrere darüber flüſtern gehört, welche in ihrer fanatiſchen Begeiſterung während des

Sturmes dergleichen zu ſehen glaubten.

Gott vermag Alles, erwiederte Niccolo,und vielleicht verhält es ſich ſo. Verdienen aber unſere Sünden ſolche Gnade? Zedenfalls dürfen wir anneh⸗ men, daß Gott der Schild unſerer Schwachheit iſt und daß ſein Arm da ausreichen wird, wo Menſchen⸗ kräfte nicht mehr ausreichen. Das verbürgte uns der Bruder Girolamo und ſeine Wunderthaten geben uns die Ueberzeugung, daß er von Gott begeiſtert war. Meine lieben Söhne, fuhr er nach kurzer Pauſe fort, ich habe Euch heute Abend Aergerniß gegeben, ich habe Zweifel verrathen!. ich irrte ſehr und geſtehe

auch mein Vergehen, damit ihr kein böſes Beiſpiel an

mir nehmt und immer feſter in dem Glauben werdet, ver uns zuletzt den Sieg verſchaffen wird.

Ein ſo aufrichtiges Geſtändniß mußte im Munde eines Mannes, wie Niccolo, einen großen Eindruck machen, aber er gehörte zu den Wenigen, welche Alles ſonr Allem ſich ſelbſt der Wahrheit zu opfern fä⸗ hig find.

Ohne eine Erwiderung auf ſeine Worte zu erwar⸗ ten, ließ er Alle zu Bette gehen, indem er auf die ſpäte Stunde und das Bedürfniß nach Ruhe, das fie Alle empfinden müßten, aufmerkſam machte. Dann öffnete er ſein Tagebuch und ſchrieb in demſelben die Ereigniſſe dieſes Abends nieder, ſandte ein heißes Ge⸗ bet zu Gott, in welchem er ſeine Vaterſtadt, ſeine Familie und ſich ſelbſt deſſen Schutz empfahl, ging zu Bette und entſchlummerte.

Aber nicht Allen, welche unter demſelben Dache ruhten, war ein eben ſo ruhiger Schlaf in dieſer Nacht vergönnt.

Lamberto begab ſich nach der Kammer, welche er als Knabe bewohnt hatte und deren Anblick ihm eben

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