28
lagen, nämlich in den Gang, der mit der Hausthüre in gleicher Richtung lief, und auf den erſten Altan unter den Fenſtern, die auf die Brücke hinausgingen, ge⸗ bracht, Laudomia, Liſa und vie Alte halfen ebenfalls das Röthige beſorgen, und alle rannten, durch das Laufen und durch die Gemüthsbewegung erhitzt, hin und her und brachten, wohin es nöthig war, Bündel von Lan⸗ zen, Steine, große Wurfgeſchoſſe, Gewehre und Waffen aller Art.
Der Eifer, welchen Niecolo und die ganze Fami⸗ lie der Lapi in dieſer Nacht bewies, zeigte ſich auf wunderbare Weiſe in ganz Florenz, und der Prinz von Oranien, welcher, weil die Nacht ſehr dunkel und reg⸗ neriſch und der Vorabend des St. Martinstags war, die Wachen nachläſſig oder in Wein begraben zu finden geglaubt und in dieſer Vorausſetzung unverſehens die Wachen von dem Thor St. Niccolo bis zu dem Thor St. Friano mit einer großen Menge von Leitern ange⸗ griſſen hatte, um die Stadt zu überrumpeln, wurde ſtatt deſſen von einem ſo heftigen Kugelregen empfan⸗ gen und fand die Wälle ſo gut mit Vertheidigern ver⸗ ſehen, daß er zuletzt mit Schande von ſeiner Unterneh⸗ mung ablaſſen und ſich mit nicht geringem Verluſt an Soldaten zurückziehen mußte.
Aber wenn es ihm auch gelungen wäre, die Mauern auf irgend einer Seite zu bezwingen, ſo iſt ſchwer vorauszuſehen, was geſchehen ſein würde, und was uns betrifft, ſo glauben wir, daß er deßwegen doch den Sieg nicht davon getragen haben würde, denn die Bürgerwehr bewaffnete ſich in einem Augenblick, alle Bürger eilten zum Kampf und in den dem Lager am nächfien liegenden Wohnungen bis an die Brücke hin und noch weiter hinaus waren die Straßen ge⸗ drängt voll bewaffneter Männer, aber von den Häu⸗ ſern aus hätten Greiſe, Frauen und Kinder, in⸗ dem ſie Steine, Ziegel und was ihnen in die Hände gekommen ſein würde, herabwerfen, der Vertheidigung


