ihn mit flehentlichen Blicken und faſt mit Gewalt zu bleiben zwingen wollten. Er aber wies ſie ſtolz, zu⸗ erſt mit Worten, dann mit Stößen von ſich und rief: „Ich will fechtend ſterben!“ Und ohne daß er überzeugt oder zurückgehalten werden konnte, drängte er ſich ver⸗ zweifelt der Pforte zu, als ein Thürſteher des Raths eilig ankam, der von Seiten des Gonfaloniere berich⸗ ten ſollte, die Feinde ſeien nicht in Florenz, wie das Gerücht gegangen wäre, ſie hätten blos mit einer An⸗ zahl von Leitern einen Sturm auf die Mauern begon⸗ nen und deßhalb ſei der Befehl ergangen, daß alle waffenfähigen Männer über den Arno nach St. Ric⸗ colo etlen ſollten, wo der erſte Angriff erfolgt war.
Bei der Nachricht, daß die Republik dem Unter⸗ gang noch nicht ſo nahe fei, als er vorher geglaubt hatte, ließ ſich Niccolo endlich, aber immer noch mit Mühe bewegen, zu bleiben. Unter der Hausthüre ſte⸗ hend, rief er mit empor gehobenen Händen den fort⸗ eilenden Jünglingen laut nach:
„Lebt wohl, meine Söhne! Erinnert Euch, daß Ihr Chriſten ſeid und freie Bürger, und nun auf Wie⸗
derſehen! vielleicht im Himmel!“
Sie verloren ſich in der Menge und Troilo, der auch mit ihnen gehen und ſich willig und kühn zeigen mußte, dachte bei ſich:„Es wäre eine verdammte Ge⸗ ſchichte, wenn die Kugel einer Arquebouſe in dieſer Nacht die Verſprechungen Baccio's erfüllte!“
Niccolo behielt nunmehr, nachdem er den größten Theil der Handwerker, welche ſich zum Kampf ange⸗ boten hatten, fortgeſchickt hatte, nur acht oder zehen von ihnen bei ſich, um ihm zu helfen, das Haus in Ordnung zu bringen und es in den Stand zu ſetzen, einen Sturm auszuhalten. Sein erſter Grimm hatte der Vernunft Platz gemacht und da die Stadt noch nicht bezwungen war, änderte er ſeinen Vorfatz und beſchloß, damit ſeine armen Töchter nicht in die Hände der Soldaten und der Palleschen fallen möchten, das
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