Teil eines Werkes 
5.-7. Bdchn. (1845)
Entstehung
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hätteſt Du ihn das Waſſer der Adda trinken aſſen. Moritz ſchwieg grollend, dann ging er brummend hinaus und wiederholte in ſich hinein:Harkebuſiren, nicht Wein trinken laſſen. Indeſſen hatte ſich die Geſellſchaft, ohne weiter auf ihn zu achten, am Kamin im Kreiſe herumgeſetzt. Die beiden Schweſtern ſaßen neben einander und Lau⸗ domia hatte Arriguccio auf dem Schvoße, auf der an⸗ dern Seite Hand in Hand mit Liſa ſaß Troilo, Bru⸗ der Benedetto hatte ſich zu Niccolo geſetzt. Alle waren unbefangener geworden und hatten verſchiedene Ge⸗ ſpräche angeknüpft. Auf einmal erſchracken Alle, ver⸗ ſtummten und horchten mit der größten Aufmerkſamkeit auf die große Rathhausglocke, welche drei oder vier⸗

mal anſchlug, dann fortwährend läutete und immer

lauter, bis das Geläute aller Glocken der Stadt ein⸗ ſtimmte, mit einem Getöſe verbunden, welches of⸗ von fernem Geſchrei von Kriegerſcharen her⸗ rührte.

Hierein miſchte ſich bald das ferne Brüllen der Geſchütze und der Lärm ſchien ſich zu nähern, die Straßen füllten ſich mit Menſchen, das Getümmel und Geſchrei wuchs, Fenſter und Thüren wurden knarrend geöffnet und geſchloſſen. Die ganze Stadt ſchien durch einen wichtigen und unvorhergeſehenen Zufall zu den Waffen gerufen worden zu ſein, und immer zahlreicher wurden die Volkshaufen auf den Straßen, ihr Schreien

immer lauter und aus einer an den Fenſtern vorüber⸗

eilenden Schar rief eine laute Stimme:Zu den Waffen! Zu den Waffen! Für Volk und Freiheit! Feinde in Florenz!