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ſchlug die Verzeihung aus und ſtarb als ein ſo ruch⸗ loſer Sünder, wie er gelebt hatte; aber es lag nur an ihm, ſie zu erhalten und unſer heiliger Meiſter hätte fie ihm nicht verſagt, wenn er Buße gethan und das begangene Unrecht wieder gut gemacht hätte. So dürfen auch wir ſie nicht verſagen. Wie ſoll uns Gott helfen, wenn wir fortfahren, ihn durch Halsſtarrigkeit zu beleidigen?“
„Oh, Herr Riccolo, ſagte Bruder Benedeito mit gefalteten Händen,„dieſe Worte ſind heilig! Wäre doch ganz Florenz gegenwärtig, um uns zu hören.“
Nun gab der Alte der Magd einen Wink und dieſe trat mit Moritz heran. Sie blieb vor Riccolo ſtehen und reichte ihm den Teller mit dem Wein und den Bechern. Er ſchenkte ein und ließ Jeden ſein Glas nehmen und ſo tranken Alle. Darauf legte Niccolo ſeine Hände auf Troilo's Schulter und küßte ihn auf den Mund(der damals übliche Friedenskuß), er küßte auch die Tochter und das Kind und Alle, Einer nach dem Andern, thaten daſſelbe.
Niccolo verlangte, auch die Magd Monafeda und
er Bediente ſollten trinken. Die Magd gehorchte ſo⸗
gleich, näherte ſich Liſa mit dem Becher in der Hand und ſagte:
„Gebieterin, ich wußte wohl, daß dieſer Tag kom⸗ men würde, und ich will mich nicht rühmen, aber ich hatte gelobt, jeden Sonnabend zu faſten, damit Gott die heilige Nunziata Euch dieſe Gunſt erzeigen möchten.“
„Alſo Dir habe ich es zu verdanken?“ erwiederte Liſa lächelnd.
Moritz aber ließ ſich gar nicht zum Trinken be⸗ wegen, ſondern antwortete auf das dringende Bitten der Magd:„Nicht turſtig ſein!“ Selbſt Lamberto konnie ihn nicht überreden, und als er endlich davon abſtand, ſagte Vieri lachend:
„Wenn Du gewußi hätteſt, daß er keinen Wein


