Teil eines Werkes 
5.-7. Bdchn. (1845)
Entstehung
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Geſicht, damit ich für die Zukunſt nicht mehr nöthig habe, auf dieſes Geſpräch zurückzukehren, ich will, daß Ihr wiſſen ſollt, daß, wenn Ihr nicht nach Florenz ge⸗ kommen wäret, und anſtatt die Freiheit dieſes Volks zu vertheidigen, wie mir ſeitdem geſagt worden iſt, daß ihr zu thun vorhabt. 4

Und ſie haben Euch die Wahrheit geſagt, Herr Niccolo, ich hege keinen andern Wunſch.

Ich will es glauben. Aber laßt mich ſprechen. Wenn Ihr alſo im Gegentheil bei den Feinden unſeres Vaterlandes geblieben wäret, ſo haltet für gewiß, Herr Troilo, daß Riccolo de Lapi, bevor er Euch zum Schwie⸗ gerſohn angenommen hätte, ſich lieber hätte in Stücke hauen laſſen. Nun dann, wenn Florenz einen guten Soldaten, einen Vertheidiger mehr gewonnen hat, ſo nehme ich Euch nicht nur zum Schwiegerſohn an, ſon⸗ dern ich ſegne alle meine Leiden, da ſie zuletzt noch dahin führen, unſerer Stadt zur Wohlthat zu gereichen. Ich werde von nun an keinen Unterſchied mehr zwiſchen Euch und meinen andern Söhnen machen, aber Ihr müßt wiſſen, daß ich ihnen geſchworen habe und ſo auch Euch ſchwöre bei jener geheiligten Aſche, die Ihr dort in der Niſche ſeht und die noch warm von dem Scheiterhaufen geſammelt wurde, von welchem die heilige Seele des Bruders Girolamo in das Paradies aufflog, ich ſchwöre Euch, daß es, wenn es ſich je zu Eurem Unglück ereignete, daß Ihr auf irgend eine Weiſe gegen die Pflicht eines guten Bürgers fehltet, ich Euch zu treffen wiſſen werde, entweder ich mit mei⸗ nem Schwerte, oder Gott, der immer den Fluch eines Vaters hört, mit ſeiner Rache.

Troilo fühlte bei dieſen Worten einen Schauer durch ſeine Adern rinnen, aber dem Verbrecher gleich, der ſich im Verhör unbefangen ſtellt und jedes Wort vermeidet, das ihn verrathen könnte, antwortete er kühn und mit ſo vielem Rachdruck, ais er in ſeine Stimme zu legen vermochte:

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