Teil eines Werkes 
5.-7. Bdchn. (1845)
Entstehung
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und wir erinnern uns, einer dieſer Verſöhnungen bei⸗ gewohnt zu haben, wo zwei, die ſich den Tag vorher hatten umbringen wollen, ganz übel zugerichtet und mit verbundenen Wunden zum Trunk zuſammengeführt wurden: zugleich wurde uns geſagt, daß Niemanden nach dieſer Handlung in den Sinn komme, an der Aufrichtigkeit der Verſöhnung der beiden Gegner zu zweifeln.

Nach dem kurzen Geſpräch, das wir erzählt haben, waren Alle verſtummt, denn in den Augenblicken, wo vie Gedanken überfließen, werden wenig Worte gewech⸗ ſelt. Nur die Magd flüſterte ſchüchtern mit dem Be⸗ dienten, um die Zurichtungen zu leiten, und warf von Zeit zu Zeit einen Blick auf ihre Herrſchaft; denn ſie ſiarb vor Begierde, ein Geſpräch über die Rückkehr Liſa's anzuknüpfen, und die Freude, vie ſie darüber fühlte, kund zu geben. Als ſie nun Alle mürriſch ſah, während ſie nach ihrer Meinung gerade recht vergnügt hätten ausſehen ſollen, wußte ſie ſich gar nicht darüber zu beruhigen, aber ſie gab ſich doch mit dem gewöhn⸗ lichen Grunde zufrieden, den ſie bei allen Fällen anzu⸗ wenden pflegte, die über ihr Faſſungsvermögen gingen, und ſagte zu ſich ſelbſt:Nun, ſie haben einmal ihre Grillen, es iſt doch vergeblich, man muß ſie ge⸗ hen laſſen.

Moritz ärgerte ſich indeſſen trotz dem kalten und ruhigen Weſen der Nordländer, daß er Ehre und Höf⸗ lichkeit demjenigen erweiſen ſollte, der ſeinem Herrn eine ſo ſchwere Beleidigung angethan hatte, ſeinem Herrn, für welchen er die ausſchließliche und von je⸗ dem Gedanken an Eigennutz entfernte Neigung fühlte, welche zur Schande der Menſchen in dem Hunde das vollkommenſte Muſter hat, und als Monafeda ganz vergnügt zu ihm ſagte:

Sieh, Moritz, ſolche Flaſchen gibt es wenig in Florenz, ich hatte ſie zurückgelegt. es war, als oh

Niccolv de' Lapi. h. 2