„Und die Narrheiten der Weiber müſſen wir büßen, deßhalb habe ich nie ein Weib genommen, und ich will nicht hoffen, daß vieſe Eheleute zu lange zögern, beim heiligen Kreuz, ich will nicht länger auf ſie warten. Im Lager war heut eine große Unruhe zu bemerken, ich möchte nicht, daß es zum Tanz ginge und ich nicht dabei wäre!“
Vieri dagegen, der, obſchon ein rechter Lapi, zu jenen glücklich begabten Mevſchen gehörte, welche ſelbſt in den Tagen des Unglücks ihre Heiterkeit bewahren, beantwortete die finſtern Worte ſeines Bruders miz dem luſtigen Ausruf:
„O, wenn uns auch ein paar tüchtige Salven aus ihren Kugelbüchſen entgehn, ſo gibt es deren ja, Gott ſei Dank, noch genug! Laßt uns daher unſere gute Laune nicht verlieren. Und auch du, Lamberto, magſt dich freuen, daß du deinem Schickſal entronnen biſt. Die gute Liſa iſt eine Thörin und deren haben wir in Flo⸗ renz noch übergenug.“
Niccolo ſagte Nichts und Averardo meinte, ohne auch nur den Mund zum Lächeln zu verziehen, halb erzürnt:„Du, Glücklicher, biſt doch immer gleich gut aufgelegt.“
„Es geht, es geht, Du weißt ſchon, daß ich mit dem Maulhängen warten will, bis ich im Sarg liege; denn dabei ſeh ich keinen Vortheil, weg damit, wir wollen gutes Muths ſein, denn es nimmt vielleicht ein beſſeres Ende, als ihr denkt.“
Unter dieſen Geſprächen erſchien die Magd Mona⸗ fede, breitete ein Tuch über einen Tiſch aus, ſetzte einen Credenzteller mit zwei Flaſchen Wein darauf, dann kam Moritz, der Diener Lamberto's, den er aus der Adda gezogen hatte, die Gläſer und eine Schüſſel Confekt tragend; denn das Trinken gehörte zur dama⸗ ligen Zeit in Italien zu jeder Verſöhnung, wie noch heut zu Tage in den ſüdlichen Provinzen deſſelben, wo es häufig blutige Schlägereien unter den Bauern gibt,


