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cken der Verrätherei rein zu waſchen und Eure Gnade zu erhalten..“
„Meine Gnade!“ ſagte Niccolo mit einem bittern Lächeln, ſann dann einen Augenblick nach und fuhr fort; „Er ſoll ſeine früheren Schurkereien wieder gut machen, er ſoll zu ſeiner Pflicht zurückkehren, ſein Leben für ſein unglückliches Vaterland einſetzen, und dann wird ihm die Gnade Gottes werden, welche mehr werth iſt, als die meinige.“
„Und die Eurige auch,“ ſagte der Bruder Bene⸗ detto, welcher im Eintreten dieſe letzten Worte gehört und beim Anblick Bindo's und der ſichtlichen Bewegung Beider errathen hatte, um was es ſich handle. Als Niccolo ihn höflich empfangen und er ſich niedergeſetzt hatte, fuhr er fort:
„Ich komme, um mich mit Euch über zwei Dinge zu ſreuen; erſtens daß ein empöreriſcher und gottloſer Sohn dieſer Stadt, nunmehr zur Erkenntniß gekom⸗ men, zurückkehrt, um ſie zu unterſtützen. Ein ſolches Beiſpiel iſt in den gegenwärtigen Augenblicken von gro⸗ der Wichtigkeit; wenn viele ſolche erfolgen würden, ſo würde unſer Ruf wachſen und der der Feinde geſchmä⸗ lert werden. Zweitens, daß Gott Euch einen Weg geöffnet hat, jedes Aergerniß aus dem Weg zu räumen und zu zeigen, daß Ihr Liſa nicht ſowohl wegen der Beleidigung, die ſie gegen Euch, als vielmehr wegen ver, die ſie gegen das Vaterland verübt hat, als ſie ihre Hand einem Feinde gab, mit der äußerſten Strenge behandelt habt. Herr Niccolo, ich komme, wie es meine Pflicht iſt, Euch ein Wort des Friedens zu ſagen und Euch von Seiten des Troilo und Eurer Tochter um Verzeihung zu bitten. Dieſe Unterwerfung diene, das Unrecht wieder gut zu machen, das ſie an Euch verübt haben. Troilo wird dann dasjenige, was er gegen das Vaterland gethan hat, abbüßen, und wenn er Euch frü⸗ her beleidigte, ſo hat er Euch doch jetzt Bindo vom Tode gerettet. Der gerechte und furchtbare Gott nimmt


