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gerettet habe. Er hörte den Namen Baccio Valori und
ſagte mit verſinſtertem Geſicht zu ſich ſelbſt: Mein Gott, Dein Wille geſchehe! Denn es koſtete ihn eine ziemlich mächtige Anſtrengung, den Gedanken ertragen zu kön⸗ nen, gegen dieſen Verräther eine ſolche Verpflichtung zu haben. Bindo fuhr fort, von ſeiner Gefangenſchaft
zu ſprechen und von dem unvermeidlichen Tod, zu dem er beſtimmt war. Aber von dieſem, fügte ir hinzu, ret⸗
tete mich— Troilo. Bei dieſen Worten, bei dieſer neuen Schande konnte ſich Niccolo nicht mehr halten.
„Troilo ſagſt du, Troilo hat dir das Leben ge⸗ ¹ rettet? Aber mein Gott, mein Gott, was habe ich ge⸗
than, daß alle Schande auf mein Haupt gehäuft wer⸗ den muß. Und Du, Feigling, mochteſt nicht lieber tau⸗ ſendmal ſterben?... Weißt Du nicht, daß man ſterben muß, daß man dem Tod früher oder ſpäter nicht ent⸗ rinnen kann2... Aber der Schande kann man ent⸗ rinnen, und daß es eine Schande iſt, dem das Leben zu verdanken, der das Vaterland verrathen hat, dem, der das Blut geſchändet hat, das dir in den Adern rinnt, dem, der dieſe weißen Haare in den Koth getreten hat, der mit ſeinem Betragen dir, deinen Brüdern und uns allen geſagt hat, daß wir eine Rotte niedriger Leute ſind, und der uns dieſe Schande geſchrieben hat auf die Stirne, auf die Mauern dieſes Hauſes, auf den Schild, den ihr am Arme haltet, und den ich euch ohne Mackel und in Ehren übergab— wußteſt du alles vas nicht?.. Und du kommſt mir lebend wie⸗ der vor die Augen?“
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