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pin bis ganz nah an das Thor geſchlichen, wie ein Ti⸗
ger, der im Begriff iſt, ſich auf ſeine Beute zu ſtürzen, und hielt entblößt in der Hand ſein kurzes, breites, ſchweres, ſchneidendes Schwert; er befand ſich drei Schritte von dem wachhabenden Soldaten entfernt, welcher, beide Arme auf die Mündung des Gewehrs geſtützt, das Haupt zuweilen ſchlummernd ſenkte, und ſo eine Hand breit vom Hals ſehen ließ. Als Fanfulla Troilo kommen ſah, gab er ſich einen Schwung, führte einen Hieb und der Kopf des Soldaten fiel auf die eine Seite, der Rumpf auf die andere Seite. Fanſulla wiſchte das Schwert in dem Gras ab, ficckte es in die Scheide, hob das Gewehr des Todten auf die Schulter und begab ſich mit Liſa vorwärts unter die Cypreſſen, um in einem bedeckten und dunkeln Ort zu warten. Troilo war indeſſen in das Gefängniß hin⸗ abgeſtiegen und als er Bindo eingeſchlafen fand, weckte er ihn und ſagte ihm, er ſolle ihm folgen. Der Knabe, welcher geglaubt hatte, man komme, ihn zu tödten, ſetzte ſich zufrieden in Bewegung und befand ſich bald neben ſeiner Schweſter, die er mit größter Verwun⸗ derung erkannte und umarmte, und welche ihn zuerſt ermahnte, nicht zu laut zu werden, und ihm dann mit kurzen und warmen Worten das Vorgefallene und den Entſchluß des Troilo erzählte, worüber Beide, ſo weit es der Ort zugab, ſich ausnehmend freuten. Nun er⸗ ſchien Troilo mit dem Pferd an der Hand; unter Schweigen ſchlugen ſie hintereinander die Straße ein, welche nach Baroncelli führt, von wo ſie die Abſicht hatten, Bellosquardo umgehend, auf die Straße nach Piſa zu gelangen und, nachdem ſie den Arno auf der Brücke a Signa überſchritten, durch das Thor al Prato in Florenz einzugehen.
WMit großer Vorſicht wandelnd und klüglich die Orte vermeidend, wo Banden von Soldaten lagen, kamen ſie ohne widrige Begegnung nach zwei Stunden Wegs auf die Straße nach Piſa.


