Teil eines Werkes 
1.-4. Bdchn. (1845)
Entstehung
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bewegte die Lippen, und brachte in dieſer Abwechslung die Zeit zu, welche Troilo ganz anders anwendete.

Sobald er von ſeinem Zimmer herabgeſtiegen war, ging er in das des Grafen und enthüllte ihm als einer vertrauten Perſon, welcher auch die wichtigſten Berathungen des Pabſtes und des Bevoll⸗ mächtigten nicht verborgen waren, Alles, was im Werk war, um ſeinen Gang nach Florenz in ein beſſe⸗ res Licht zu ſtellen, und bat zugleich, er möchte ihm dieſen ſeinen Vorſatz erleichtern. Der Graf hörte Alles und glaubte an dieſem Plan Nichts ausſetzen zu müſſen, einen einzigen Umſtand ausgenommen, der ihm nicht ge⸗ fallen wollte, nämlich, daß er Liſa und ihrem Beglei⸗ ter zu verſtehen gegeben, daß er zwei Menſchen tödten müſſe, und daß dieſes nicht wahr ſei, wenigſtens in Bezug auf einen und führte als Grund an, daß ſehr leicht durch irgend einen Gefangenen, oder auf eine andere Weiſe, welche es auch ſei, dieſe Begebenheit und daß Niemand dabei getödtet worden ſei, in Flo⸗ renz bekannt werden könne, und daß dieſes vielleicht Verdacht über die Aufrichtigkeit Troilo's und die Ur⸗ ſache, die ihn bewogen habe, das Lager zu verlaſſen, erregen könne.

Troilo ſah ein, daß der Einwurf nicht ohne Grund war, aber er beſann ſich vergeblich, ohne ein Mittel zu können, wie er dieſem Uebelſtand abhelfen möchte.

Der Graf enthob ihn dieſer Verwicklung, in⸗ dem er ihm ſagte, es befinde ſich unter ſeinen Leuten ein großer Freund des Anquillo da Piſa,*) der ihm zur Flucht geholfen habe und von dem er gewiß wiſſe, daß er ihm verſprochen habe, ihn zu rächen. Er

*) Ein Offizier in den Truppen des Grafen Piermaria, der wegen eines mit demſelben gehabten Strettes nach Flo⸗ renz entfloh. In einem Gefecht gefangen, wurde er nach⸗ her von dem Grafen mit eigener Hand niedergemacht.