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die Gegenwart venken, das Vergangene iſt vergangen und für immer.“
Fanfulla hatte ſich bis dahin, um dieſe erſten Au⸗ genblicke nicht zu ſtören, die er für beide gleich ſüß glaubte, in Entfernung gehalten; indeſſen erſchien Mi⸗ chele mit ein wenig Nachteſſen, alle drei ſetzten ſich nieder und aßen vergnügt. Troilo wendete ſich nun zu demjenigen, welcher ſeine Frau begleitet hatie und der nach ſeinem kühnen Geſicht, ſeiner Rede und den Narben, die ihn zeichneten, ihm ein ganz anderer Mann ſchien, als welchen ihn die Lumpen, mit denen er bekleidet war, bezeichneten. Er ſagte zu ihm:
„Ich habe noch nicht Zeit gehabt, Euch den Dank zu erkennen zu geben, den Eure Artigkeit gegen meine Liſa verdient....
„O mein Troilo,“ unterbrach ſie ihn,„er hat ſo viel für mich gethan, daß, wenn ich ihm mein Blut geben würde, ich ihn nicht dafür bezahlen könnte.“
„Wißt, gnädige Frau,“ unterbrach ſie Fanfulla, daß in meinem ganzen Leben, ſo alt ich auch bin, ich noch kein größeres Vergnügen hatte, als das ich die⸗ ſen Abend empfinde, Euch zuftieden und an einen fichern Ort mit Euerm Manne gebract zu ſehen. O, was zum Teufel kommt Euch in den Sinn, von Ar⸗ tigkeit, von Bezahlung zu ſprechen? Solche Mährchen ſind nichts für mich, das iſt Etwas für Buhlerinnen. Das erſtemal, wenn Euch wieder etwas begegnet, dürft Ihr mir nur ſagen: ich habe Deine Haut nöthig; das wird mir Belohnung genug ſein.“
Troilo war im Begriff, auf dieſe Worte zu ant⸗ worten und dachte gerade auf eine ſchickliche Art zu fragen, wer er ſei, denn er war ſehr neugierig, es zu erfahren, aber Michele kam ganz keuchend in das Gemach, indem er die Trippen im Lauf heraufgeſprun⸗ gen war, und ſagte:
„Herr Troilo, der Herr Bevollmächzigte iſt da, er will zu Euch und ſteigt zu Euch herauf.“ Der Jüng⸗


