1 .
—————
de Bardi am Thor St. Giorgio die Stadt ſich faſt wie ein Amphitheater erhebt. Außerhalb dieſes Landſtrichs ſteigt die Anhöhe ſtufenweis empor, reich an Oliven⸗ gärten, Weinbergen und vielen zerſtreuten Häuſern, auf der halben Höhe liegt Giramonte und auf der Kuppe der Bergſpitze, von wo man in das Thal Ema hinabſteigt, ſteht der Thurm del Gallo, wo der Graf Piermaria Diſanſecondo ſein Quartier hatte, und wo auch Troilo wohnte.
Dieſes Gebäude beſteht nicht nur in einem Thurm, wie ſein Name anzudeuten ſcheint. Es erhebt ſich in Form eines rechteckigen Vierecks mit einem Hof, der mit einer Halle umgehen iſt. Der Thurm, zwei Mal ſo hoch, als das übrige Gebäude, iſt ſehr ausge⸗ dehnt, auf der Spitze iſt eine Terraſſe mit Zinnen aus⸗ gerüſtet, wo ſich eine Stange befindet mit einer eiſer⸗ nen Wetterfahne, die die Geſtalt eines Hahns hat.
Zu der Zeit unſerer Erzählung war der Weg, über welchen man über die Gegend von Giullari her⸗ kam, von zwei Reihen Cypreſſen umſchloſſen, durch welche Liſa und Fanfulla einhergingen, geführt von Michele, der mit einer Laterne den Weg beleuchtete. Als ſie in dem Hauſe und in dem Gemach, wo Troilo ſchlief, an⸗ gekommen waren, ſagte der Bediente:
„Gnädige Frau, mein Herr hat mir befohlen, daß
ich in allem Euern Willen thun ſoll. Früher kam das nicht vor, ich, der ich ihm Tag und Nacht nahe ſtehe, ich weiß recht wohl.. ſogar, wenn er ſchläft, ſeht Ihr, hat er immer Euern Namen im Munde.. noch geſtern Nacht, ohne weiter darauf einzugehen, habe ich ihn gehört, ich glaubte, er träumte, und er rief:„ich will meine Liſa! wenn ich ſie nicht wieder finde, muß ich unfehlbar ſterben.“
Es läßt ſich leicht denken, wie ſüß die Reden die⸗ ſes Betrügers dem Herzen des Mädchens klangen. Trotz des weiten Wegs und der ausgeſtandenen Müh⸗ ſeligkeiten glaubte ſie nun keine Müdigkeit mehr zu


