Liſa machte ſich gehorſam von ſeinen Armen los und begab ſich langſam nach dem dunkelſten Theil der Straße hin. Troilo näherte ſich Valori und dieſer ſagte zu ihm voll Freude:
„Iſt es Liſa?“
„Sie iſt es.“
„Nun alſo“ erwiederte Baccio,„wiſſe, daß um Deiner Abreiſe vom Lager einen beſſern Anſtrich zu geben, ich Etwas ausgedacht habe, und es ſcheint mir nichts Schlech⸗ tes. Genug, da iſt nicht Zeit, ſich in viel Reden ein⸗ zulaſſen, es war da eben dein Bedienter da, finde ein
Mittel, ſie mit ihm in deine Wohnung zu ſchicken und du bleibe da; wir wollen uns unterreden.“
Troilo wendete ſich zu Liſa und ſagte zu ihr:
„Aus einem ſehr wichtigen Grunde kann ich nicht mit Dir kommen, gehe mit dem Mann, den ich Dir gleich ſenden werde und fürchte Dich nicht. Wenn Dir Etwas zuſtößt, befiehl ihm und er wird Dich mit Allem verſorgen. Lebe wohl, Liſa, ſei gutes Muths, ich werde nicht lange ſäumen, wieder zu Dir zu kommen.“
Unter dieſen Worten hatte er ſie verlaſſen und traf auf ſeinen Diener mit Namen Michele, eben den, wel⸗ cher, als Prieſter gekleidet, ihm geholfen hatte, ſeine verſtellte Ehe zu ſchließen, und befahl ihm, Liſa in den Thurm del Gallo zu führen, wo er wohnte, und ſie mit Allem zu bedienen, was ſie im erſten Augenblick bedürfen möchte.
Der Bediente ſagte:„Gebt wohl Acht, Herr, daß ſie mich nicht wieder erkennt.“
„Ei, das iſt nicht zu fürchten,“ erwiederte Troilo, „erſtens war ſie an jenem Morgen ſo beſtürzt, daß ſie Dir sar nicht ins Geſicht geſehen hat, zweitens iſt ſo viel Zeit vorüber gegangen und in einer ſo verſchiede⸗ nen Kleidung, mit dem großen Bart, den Du Dir haſt wachſen laſſen, wird Dich auch der Teufel nicht wieder erkennen. O geh, geh nur, es iſt Nichts zu fürchten, wenn Du mit ihr ſprichſt, ſo ſorge vor Allem


