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Hoffnungen Liſa's zu leſen glaubte,„kommt nur, denn die Arme erwartet Euch wie einen Engel vom Himmel.“ Während er ſprach, gab Valori, der hinter ſeinem Rücken ſtand, indem er die Thüre emporhob, Troilo einen Wink, daß er gleich gehen ſolle. Daher ſagte dieſer: „Machen wir uns alſo auf den Weg!“ und ging Fan⸗ fulla voran aus dem Landhaus, ohne andere Geſell⸗ ſchaft mit ſich zu nehmen, da ſich die Frau, wie ſein Führer ſagte, hinter dem Hauſe und in ſehr geringer Entfernung verſteckt halten ſollte.
Es wäre ſehr ſchwer, beſtimmen zu wollen, was in dieſem Augenblick in der Seele Troilo's vorging. Die Geheimniſſe des menſchlichen Herzens find ſo tief, und vas Gute findet ſich mit dem Böſem auf ſo wun⸗ derbare Weiſe gemiſcht, daß es manchmal ſehr ſchwer wird, auch die größten Schurken zu beurtheilen, viel⸗ leicht war es der Augenblick, da er ch unwiderruflich ent⸗ ſchloß, zu dieſem ſinſteren Werke die Hand zu reichen, wo ſein Gewiſſen den letzten Schrei ausſtieß. Der Gedanke, die Unglückliche wieder zu ſehen, die ſo viel
durch ihn gelitten hatte, die fich ganz ſeiner Liebe er⸗
gab, ſie in ſeinen Armen zu empfangen, und gerade die ihr vertrauende Liebe zu einem Netz zu machen, in welchem ihre Theuerſten gefangen werden, und ſo in die Hand ihrer unverſöhnlichſten Feinde fallen ſollten, Alles das war ſo niederträchtig und abſcheulich, daß er ſich demſelben, ſo ſehr er auch ein Schurke war, mit aller Gewalt zu entziehen ſtrebte. Aber die Stimme ſeines guten Engels konnte nicht von ihm gehört werden, der ganz ergriffen war von der Be⸗ gierde nach einer künftigen Größe, die ihm Tag und Racht ſehr lebhaft vor das Geſicht trat, von dem ſtol⸗ zen Gedanken, der ihn überredete, es ſei ein ſehr leich⸗ tes Vergehen, ein bürgerliches Mädchen zu betrügen,
wenn es ſich um den Stand und das Glück eines Edel⸗
manns handle. Dieſer Augenblick von Ungewißheit und Reue,


