Teil eines Werkes 
1.-4. Bdchn. (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

297

im Ueberfluß an Munition und Proviant erhalten, während dem Pabſt auf einer Seite der Aufwand zu hoch wurde, und der Prinz auf der andern Seite, wie wir geſehen haben, nicht einmal mit dem wenigen Gelde, das von Zeit zu Zeit von der apoſtoliſchen Kam⸗ mer bezahlt wurde, gut Haus hielt.

In der Seele Clemens des Siebenten war überdieß noch der Verdacht rege geworden, daß der Prinz von Oranien die Erwerbung von Florenz für ſich zu machen beabſichtige, und Valori hatte den Auftrag, ein Auge darauf zu haben, um nöthigen Falls ſeine Ränke zu vereiteln. Und zuletzt war der Partei der Piagnonen, die man gehofft hatte mit dem bloßen Herannahen des Heeres an die Mauern einzuſchüchtern, der Muth ſo ſehr gewachſen, und dieſelbe ſo bereit zur Vertheidigung, daß man vernünftige Zweifel über das Ende dieſes Krieges hegen konnte. Indem er es für etwas ſehr Wich⸗ tiges hielt, in Florenz Jemand zu haben, der ihm Tag für Tag von den Entſchlüſſen der feindlichen Partei in Kenntniß ſetze, hatte er ſich bemüht, mit vielen Pal⸗ leschen geheimen Briefwechſel zu unterhalten, erhielt aber von ihnen, da ſie der Regierung verdächtig waren, entweder zu ſpäte oder falſche Nachrichten, die ihm ent⸗ weder wenig oder Nichts halfen. Er hätte eine große Stütze an Troilo haben können, der, wenn er einmal Eintritt in das Haus Niccvlo's erhielt und ſich mit die⸗ ſem verſtändigte, ſich ſo zu ſagen im Herzen der Pia⸗ gnoniſchen Partei befunden haben würde, und im Stande geweſen wäre, ihre geheimſten Gedanken und Abſichten zu erfahren.

Aber er hoffte wenig von dieſem Jüngling. Ob⸗ gleich er Malateſta verſprochen hatte, ſich zu der Unter⸗ nehmung herzugeben, wie wir im ſechsten Kapitel geſe⸗ hen haben, obgleich er auch von Valori ſelbſt ſein Wort nicht zurückgenommen hatte, ſo zeigte er ſich doch nichts weniger als begierig, es zu halten; bald fand er einen Vorwand, bald einen andern, erhob tauſend Zweifel