Teil eines Werkes 
1.-4. Bdchn. (1845)
Entstehung
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heiligen Dominicus dem Bruder Giorgio ſchwerer vor⸗ zukommen, als vier Rüſtungen.

Nachts, während das Schweigen um ihn her nur durch das langſame und tiefe Schnarchen der Mönche, die in den benachbarten Zellen ſchliefen, unterbrochen wurde, fand der arme Laienbruder wenig Ruhe: denn jeden Augenblick weckten ihn hundert Schlachtbilder, die ihm ſogleich im Traume vorkamen, ſobald er das Auge ſchließen wollte. Gezwungen, zu wachen, wen⸗ dete er ſich zum Gebet, und wenn dieſes nicht hinreichte, in ihm heilige Gedanken zu erwecken, ſo griff er zornig nach einer Geißel, welche beſtändig an der Mauer über dem Kiſſen hing, und fing an, ſich, weit ausholend, auf den Rücken zu ſchlagen, mit geſenktem Haupte, mit geſchloſſenen Augen und mit den Zähnen knirſchend, und in dieſem Kampf gegen ſich ſelbſt be⸗ trug er ſich eben ſo erbarmungslos, wie er ſich in vieten gegen Andere betragen hatte.

Häufig entſtand die Verſuchung aus gegenwärtigen und wirklichen Urſachen. Er hörte, wie ſich von ferne der Hufſchlag eines Reiterhaufens erhob, er ſpannte das Ohr, hielt den Athem an: das Geräuſch wuchs und wuchs mehr, ſie ergoßen ſich auf den Platz San Marco, als ſie vor ſeinen Fenſtern vorbeikamen, machte der Schall die Glasſcheiben klirren, ſie entfernten ſich, das Geräuſch verminderte ſich, beim Wenden um eine Ecke konnte man es kaum noch vernehmen, dann hörte es ganz auf. Jetzt erſt athmete er wieder; denn in Folge langer Uebung hatte er mitten in dieſem ver⸗ wirrten Tongemenge alle die verſchiedenen Arten von Geräuſch und die Urſachen, die es hervorbrachten, unterſchieden. Er hätte zu ſich ſelbſt ſagen können: das iſt ein Schild, der erſchüttert worden iſt, das iſt eine Schwertſpitze, die an eine Beinſchiene geſtoßen hat, das iſt ein Pferd, das beim Spornen mit einem Fuß auf dem Pflaſter geſtrauchelt iſt, das iſt ein Lanzen⸗ ſchaft, der einen Helm verletzt hat c. 7c.