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und empfand jene Bitterkeit, jenen Haß gegen ſich ſelbſt, der im Herzen der Menſchen entſteht, wenn ſie fortwährend gegen veraltete Angewöhnungen zu kämpfen haben.
Es war in ihm der Wille durchaus nicht erkaltet, durch die Strenge des klöſterlichen Lebens die Irrthü⸗ mer des vergangenen wieder gut zu machen, und in dieſen erſten zwei Jahren war es ihm mit wenig An⸗ fechtung gelungen. Wenn ihm ſeine Einbildung manch⸗ mal Waffenthaten vor das Gedächtniß führte, ſo hielt er dieß, der Ermahnung ſeines Oberen gemäß, für Verſuchungen des Teufels, und bemühte ſich ſolange, bis es ihm gelang, ſie zu vertreiben. Er hatte ſeinen eigenthümlichen Charakter, der keinen Zügel duldend, leicht zu entzünden und ſchnell von Worten zu Thaten überzugehen fähig war, faſt ganz beſiegt. Die andern Mönche wußten ihm Dank für die Mühe, die er ſich gab, auf ſeinem Grundſatz zu beharren, indem ſie Rückſicht darauf nahmen, wie er geweſen war. Sie mochten ihn zwar im Innern nicht ſehr gern haben, denn Bruder Giorgios Benehmen hatte etwas an ſich, was für ruhige Menſchen nur widerwärtig ſein kann (weßhalb ſie ihn unter ſich gewöhnlich Bruder Bombardo benannten), doch pflegten ſie jedes Geſpräch über ihn mit der Bemerkung zu ſchließen:„Zuweilen glaubt er, er habe noch die Lanze am Schenkel und will ſich nicht ermahnen laſſen, aber doch iſt der arme Kerl im Ganzen nicht böſe.“
Als ſich aber die Belagerung genähert hatte, als man in Florenz Nichts mehr ſah, als Reiter, Fuß⸗ ſoldaten und Bewaffnete, und Tag und Nacht Nichts hörte, als eine unaufhörliche Entladung von Geweh⸗ ren und Geſchütz, Trommelſchlag, Pfeiffen und Trom⸗ petenklang, und von Nichts ſonſt die Rede war, als von den Arten anzugreifen und ſich zu vertheidigen und über die Wechſelfälle des Kriegs, die den Tag über vorgefallen waren, da begann das Gewand des


