Aber es war nicht mehr in ihrer Macht, ihn mar⸗ tern zu können. Der Alte hatte ſo großen Leiden nicht widerſtanden, und war auf der Straße geſtorben. Fanfulla wurde einige Tage darauf, als er bei dem Thor Sankt Spirito vorüberging, um die Wache ab⸗ zulöſen, von einigen Trümmern auf den Kopf getrof⸗ fen, die die Geſchütze des Caſtells von den benachbar⸗ ten Mauern heruntergeworfen hatten. Er kam dem Tode nah und genaß langſam, lange Zeit, nachdem das Heer in Folge des mit dem Pabſt Clemens ge⸗ ſchloſſenen Vertrags, mit ſeiner Beute beladen, aus Rom fortgezogen war.
Die Pflege eines armen Prieſters hatte für ſeinen Körper und ſeine Seele ſo wohlthätige Folgen, daß wir den guten Fanfulla unſerm Leſer als einen ganz nenen Menſchen vorſtellen können. Er wurde ein vom vorigen völlig verſchiedenes Weſen, oder was eben ſo viel ſagen will, ein ehrbarer Mann.
Er hielt dafür, daß ſeine Sünden ſehr groß ſeien und er daran denken müſſe, ſchon in dieſer Welt ein wenig Buße zu thun, um es nicht ganz in der andern thun zu müſſen. Er befand ſich in der Wahl, ob er Mönch werden oder ein Weib nehmen ſollte.(Unſere Leſerin nehme es ihm nicht übel und bedenke, daß er, obgleich ein guter Menſch, doch nochimmer Fanfulla war.) Endlich blieb er bei dem erſten Entſchluß. Er verließ Rom eines Morgens auf einem guten Pferd, die Waffen angezogen und an der Seite, er trug am Degengefäß einen Roſenkranz und am Griff ſeines Dolches eine Geißel, Geräthe, die er jeden Abend in der Herberge anwendete. Ueber Viterbo, Radicofani und Siena kam er endlich nach Florenz und an die Pforte des Kloſters San Marco und klopfte mit dem Lanzenſchaft an. Der Pförtner trat heraus und fragte, was er wolle.
„Ihr ſollt mir den Stall zeigen, um dieſes Pferd einzuſtellen, denn ich will Mönch werden.“
Anfänglich glaubte der Pförtner, er ſei betrunken


