ſen hatte. Auf der oberſten, wie ſich von ſelbſt ver⸗ ſteht, war Fanfulla, den ſeine Kameraden einen Augen⸗ blick nachher ſich zwiſchen die Zinnen hineinwerfen und im Pulverdampf verſchwinden ſahen; als ſie ihm aber
folgen wollten, wurden ſie zurückgetrieben, und konn⸗
ten ſo die Mauern erſt einige Minuten nachher über⸗ ſteigen. d So fruchtbar auch ein menſchliches Gehirn ſein mag, die ſonderbarſten und ſchändlichſten Begebenheiten zu erſinnen, aus denen man ſich ein Bild von der Plünderung, welche Rom bei dieſer Gelegenheit von dem Heere Bourbon's erfuhr, machen könnte, ſo wird man immer weit hinter den Greueln zurückbleiben, de⸗
ren Andenken uns die Geſchichtſchreiber überliefert
haben.
Es verging ein Tag, darauf ein anderer, und noch ein anderer und es entſtand unter den Soldaten ein Geflüſter:
Wo iſt Fanfulla? Was iſt aus Fanfulla gewor⸗ den? Alle fragten ſo und Fanfulla erſchien nicht. Diejenigen, welchen e bekannt iſt, von welchem Schlag das gute Herz der Kriegsleute ſei, wird es keine Mühe koſten, zu glauben, daß trotz dieſer Auf⸗ merkſamkeit Fanfulla nicht zu finden, nach ihm zu
fragen, ihn für todt und begraben zu halten, und nicht
mehr an ihn zu denken, alles dieſes das Werk einer Viertelſtunde war.
Aber Fanfulla war nicht todt.
Er befand ſich ruhig und zufrieden in dem Keller eines Domherrn von Santa Maria in Traſtevere, wo er ſich eingeſchloſſen und Herrn und Magd gezwungen hatte, ihm das beſte Faß zu zeigen.
Nachdem er ſich hier ſehr nach ſeiner Bequemlich—
keit ausgeruht und ein Ausſehen wie ein Prälat ver⸗
ſchafft hatte, brach er nach drei Tagen wieder auf. Aber der arme Domherr, war es nun der Schrecken, ſich die ganze Zeit in der Gewalt eines Menſchen von


