Bindo's antworten zu wollen; denn er würde ſich täuſchen. Das Gefühl, das er empfand, war nicht Furcht; es war eine Miſchung von Erſtaunen, Betrübniß und Sehnſucht nach Ruhm, Entrüſtung, und es iſt kein Wunder, daß er in ſeinem Alter nicht im Stande war,
ſich Rechenſchaft dafür zu geben.
Von den andern Söhnen Niccolo's hieß der ältere, ein Mann von über vierzig Jahren, Averardo, der zweite Vieri.
Die beiden Mädchen mit gebogenen Knieen auf den ſitzend, hatten in einiger Entfernung von den Männern Platz genommen.
Die ältere hieß Laldomine oder Laudomig, die jüngere Liſa.
Indeſſen hatte der Bruder Sacriſtan die vier Ker⸗ zen am Hauptaltar angezündet. Er näherte ſich der Bahre, indem er das Rohr hielt, an welches ein Stück Docht befeſtigt war, und nachdem er die drei Leuchter angezündet hatte, ſagte er zu Niccolo, als er ſich in deſſen Nähe befand, mit leiſer Stimme, indem er auf den Todten deutete:
Es war ein Lapi, Herr Niccolo, und hat nicht aus der Art geſchlagen. Friede ſei ſeiner Seele.—
Amen, erwiederte der Greis.— Und der Mönch ging mit einem Seufzer in die Sacriſtei.
Einen Augenblick darauf begann die Meſſe. Der Meſſeleſende war Bruder Benedetto von Faenza, Su⸗ perior des Kloſters, ein ehrwürdiger Greis, der das ganze Gewicht der Jahre zu empfinden ſchien.
Der Laienbruder, der im Chorrock miniſtrirte, war keiner von denen, die man anblickt und dann das Auge anderswohin wendet, ohne ſich weiter darum zu bekummern, wie es mit dem größten Theil der Ge⸗ ſichter geht, denen man begegnet. Dieſer hatte im
Gegentheil eine Phyſionomie und ein Betragen von
ſolcher Originalität und etwas gewiſſes Widerſprechen⸗


