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ging, hatte er nicht umhin gekonnt, trotz ſeiner ſon⸗ ſtigen Strenge den Sohn zu liebkoſen. Er hatte ihn zu ſich in ſein Zimmer gezogen und dort zu ihm ge⸗ ſagt:
. Mein Bindo, bis jetzt warſt Du ein Kind, von nun an mußt Du ein Mann ſein! Sei es in Gottes Namen.... Es iſt gut, daß Du bald kennen lernſt, wie es hienieden zugeht. Bitte Gott, daß er Dich zu einem braven Mann mache, er möge Dir helfen, wie ich Dir meinen Segen gebe.
Der Greis küßte den Sohn, mit einer Rührung, die ſich durch eine geringe Veränderung der Augen und der Stimme verrieth, und ſo kamen ſie nach San Marco. Zenes innere Leben, jenes raſchere Schlagen
der Pulſe, welches aus einer heftigen Gemüthsbewe⸗
gung entſpringt, bewegten die Bruſt Bindo's, als er ſich neben der Bahre befand, auf der ſein armer Bac⸗ cio lag(ſo hieß er), den er immer ſo kräftig, ſo mun⸗ ter geſehen hatte, nun blaß, unbeweglich und den Tod in ſeinen Zügen. In Bindo's Alter kommt uns der Tod noch wie etwas Unmögliches vor.
Er ſah unter der Mütze mitten auf der Stirne, ein rundes Loch, ſo groß wie ein Thaler, von der Kugel eines der großen Schießgewehre, welche man im fünfzehnten Jahrhundert gebrauchte. Er hatte bis zu dieſem Tage oft von Waffenthaten, von Wunden, Fn Todten geſprochen oder ſprechen gehört, er hätte ſich entflammt bei dieſen Geſprächen und brannte, ſelbſt handelnd dabei zu ſein; aber nun ſah er vor den Au⸗ gen ſelbſt wahr und wirklich die furchtbaren Folgen und das iſt kein kleiner Unterſchied.
Zwei heiße Thränen wollten ihm von den Augen⸗ liedern niederfallen, und er fühlte ſein Herz auf eine Art erſchüttert, die ihm wirklich neu war..
Er erſchrack einen Augenblick vor ſich ſelbſt und fragte ſich: Sollte ich Furcht haben?
Wir bitten den Leſer nicht bejahend guf die Frage


