Teil eines Werkes 
1.-4. Bdchn. (1845)
Entstehung
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Karls vIII. Anhang und Piero Medicis Feigheit ſo ſchwere Gefahr lief. Bei dieſer Gelegenheit hatte man geſehen, wie ſehr der Staat auf die Ergebenheit des gemeinen Volks, beſonders der Seidenarbeiter und der Handwerker überhaupt rechnen durfte; denn Piero Cap⸗ poni ſtellte in der Nacht wor dem Tage, an welchem er die Vertragsbedingungen vor Karls Augen zerriß, über 6000 derſelben auf ihre Poſten.

Dieſe Zuneigung der Menge, entſprungen aus der Ehrfurcht, welche ſeine Tugend einflößte, aus der all⸗ gemeinen Anerkennung ſeines für das Volkswohl un⸗ aufhörlich regen Strebens, das ihm nie zum Deck⸗ mantel ſeines Privatvortheils diente, hatte ſich immer ver⸗

rößert und als die Medici im Jahr 1512 zurück⸗ ehrten, war es die Furcht vor deröffentlichen Meinung, die ihn vor ihren Verfolgungen rettete. Sein Ruf allein genügte, ihn zugleich vor den Schmeicheleien und Verführungen zu bewahren, mit welchen die Par⸗ tei der Palleschi nicht aufhörte, ihre Gegner zu locken und von 1512 bis 1527, das Jahr der letzten Ver⸗ jagung der Medici, wurde er zwar von dieſen arg⸗ wöhniſch beobachtet, aber doch in Ruh gelaſſen und von den Anhängern der Volksherrſchaft als einer ihrer Häupter angeſehen, auf den man mehr, als auf jeden andern, hoffen könne, ſobald ſich eine günſtige Gelegen⸗ heit für die Freiheit biete.

Die Freundſchaft, die ihn ſo eng mit Bruder Gi⸗ rolamo vereinigt hatte, die treue Beobachtung ſeiner Grundſätze und beſonders der blinde Glaube, den er ſeinen Weiſſagungen ſchenkte, ließen endlich ſo zu ſa⸗ gen ihm zu Liebe unter dem Volke diejenige Art Gottes⸗ verehrung fortleben, welche er durch den berühmten Dominikaner angenommen hatte. Sogar die Mönche

von San Marco hielten ſehr viel auf ihn, betrachteten ihn als Einen der Ihrigen und hatten für ſeine Worte eine faſt eben ſo große Verehrung, als ſie für die

des Savonarola gehabt hatten.