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wankt zu haben, wenn nicht ein ſolches Leben ihm zu natürlich geweſen wäre, um ſich deſſen überhaupt rüh⸗ men zu wollen.
Einer der erſten und ergebenſten Anhänger des Mönchs Girolamo Savonarola, ſo lange dieſer lebte, beweinte er ihn und im Tode verehrte er ihn, wie einen Märtyrer, auch ſuchte er bei jeder Handlung und zu jeder Zeit, ohne Rückſicht auf irgend Etwas in der Welt, die ſtrengen Grundſätze diefes Mönchs in Aus⸗ übung zu bringen, durch welche er ſich, wir müſſen es bekennen, zuweilen verleiten ließ, die ſanfte Lehre des Evangeliums in tpranniſche und unausführbare Vor⸗ ſchriften zu verwandeln.
Herr Cione, Niccolos Vater, war in die Verſchwö⸗
rung der Anhänger des Rinaldo degli Albizzi ver⸗
wickelt geweſen, der es gelang, jenen Coſimo, der den Beinamen Vater des Vaterlands führte, aus Florenz zu verjagen, weshalb er nach deſſen Rückkehr mit vielen ſeiner Genoſſen ſein Leben in der Verbannung beſchließen mußte.
Niccolo, auf einem Landgute zu Puglia, dem Ver⸗ bannungsorte ſeines Vaters, geboren, war Zeuge ſei⸗ nes Elends in den letzten Jahren und ſeines unbe⸗ achteten Todes geweſen, und hatte, umgeben von allen Leiden der Verbannung, nicht umhin gekonnt, mit den erſten Eindrücken der Kindheit einen furchtbaren Haß gegen die Medici und die Partei der Palleschi einzu⸗ ſaugen.
Wie er nun dieſen Haß mit dem Evangelium, das er bekannte, in Einklang bringen mochte, wird derje⸗ nige verſtehen können, welcher weiß, von welcher Be⸗ ſchaffenheit die Logik der Parteimänner zu ſein pflegt.
Nach vielen Jahren war es ihm geglückt, nach Florenz zurückkehren zu dürfen, er hatte den Tuchladen ſeines Vaters wieder eröffnet und dabei ſo großen Gewinn gemacht, daß er im Jahr 1494 der Stadt damit zu Hilfe kommen konnte, als ſie durch König


