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zen angezündet, mit welchen die Andächtigen den Todten zu bekreuzen pflegten..
Obgleich er die Ordenskleidung des heiligen Do⸗ minikus trug, konute man doch annehmen, daß ſie ihm erſt nach dem Tode aus Frömmigkeit angezogen worden war, daß er ſie aber im Leben nicht getragen hatte, und für dieſe Annahme zeugte ein Schwert und ein Schild mit einer rothen Lilie im weißen Feld(dem Wappen der Gemeinde von Florenz), welche zu den Füßen des Todten aufgehängt waren.
Da die Meſſe noch nicht begonnen hatte, brannte nur ein einziger Leuchter. Der röthliche Schein deſ⸗ ſelben beleuchtete eine Gruppe von Leuten, welche zu⸗ erſt gekommen waren, und, um die Leiche verſammelt, auf den Knieen liegend beteten. Die nächſten Geſtalten beſtralte er mitj enem grellen Lichte, welches auf Rem⸗ brands Gemälden ſo häufig vorkommt und das in immer ſchwächerem Maße auf die Gegenſtände fiel, je entfernter ſie ſich befanden, und ſich zuletzt im Hinter⸗ grunde in völlige Finſterniß verlor. Nur in der Höhe wurde die Dunkelheit nach und nach durch die großen Bogenfenſter des Gewölbes vermindert, durch deren Glasſcheiben das blaſſe Frühlicht hereinzuſchimmern be⸗ gann.
Es verging keine Minute, ohne daß ein oder zwei oder drei Männer auf einmal eintraten, welche durch ihre ſchweren Schritte, das Klirren ihrer Sporn⸗ räder und das halbdunkle Leuchten ihrer Bruſtharniſche und Panzerhemde ſich als Krieger kund gaben. Als ſie näher getreten waren, geſellten ſie ſich zu den be⸗ reits Anweſenden, ſtießen die Schäfte ihrer Picken oder großen Musketen auf die Erde(denn alle trugen die eine oder die andere dieſer Waffen) und blieben mit traurigem Geſichte und in demüthiger Haltung ſtehen.
Kurz darauf erſchien, von zwanzig gutbewaffneten Leuten begleitet, der Bannerträger des goldenen Löwen von San Giovanni. Es war eine Fahne, wie ſie das


