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gen Ackersmann ausſetzen wollte.. Aber wie? Wo denken wir hin? Als ob die Gewalthaber an etwas anderes dächten, als an ihre Intriguen, an Wahlbe⸗ ſtechungen und Wahlbeſchränkungen, an Befriedigung ihrer Herrſch⸗- und Habſucht.
Indem wir für Abſchaffung der Todesſtrafe unſre Stimme erhoben, haben wir gewiß im Namen der europäiſchen Civiliſation überhaupt geſprochen, und ge⸗ wiß ſtimmen mit uns alle wahrhaft gebildeten, huma⸗ nen Männer überein, daß die Beibehaltung der Todes⸗ ſtrafe als eine Schande für die Geſetzbücher des neun⸗ zehnten Jahrhunderts zu betrachten ſei.
Unſerem geliebtem Vaterlande ſeine verdiente Stelle unter den gebildeten Nationen Europas anzuweiſen, den Angriffen unbilliger, unwiſſender Gegner entgegen⸗ zutreten, war unſer Hauptaugenmerk.
Vielleicht ſagt aber Einer oder der Andere, hiezu hätten wir nicht nöthig gehabt, die verderbten Sitten und Laſter der höhern und niedern Stände zu ſchildern, wie wir es gethan.— Aber einestheils haben wir uns anheiſchig gemacht, die Wahrheit, die volle Wahr⸗ heit zu ſagen, anderntheils erſcheint die Tugend erſt in ihrem ganzen Lichte, wenn wir ſie neben das Laſter ſtel⸗ len. Niemand wird uns mit Recht vorwerfen können, daß wir gegen Billigkeit und Gewiſſen eine Klaſſe von Staatsbürgern gegen die andere in Schatten geſtellt, um übelverſtandene Popularität oder um die Gunſt des Reichen und Mächtigen gebuhlt hätten.
Wir wollten gerecht ſein, das iſt Alles. Von der ärmlichſten Hütte der verachtetſten Stadttheile bis zu den vergoldeten Sälen der hohen Ariſtokratie, die Mar⸗
morpaläſte der kaſtiliſchen Könige nicht ausgenommen,
haben wir Alles durchforſcht; wo wir Unſittlichkeit, Verderniß antrafen, haben wir es ohne Rückhalt geſagt und das Laſter in ſeiner ganzen Häßlichkeit hingeſtellt.
Wenn wir in der Schenke von Vater Labouillie und von Mutter Marianne die widrigen Sitten des


