Teil eines Werkes 
6.-10. Bdchn. (1847)
Entstehung
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verdorbenen Pöbels geſchildert haben, ſo meinen wir, werde die erhabene Tugend der trotz aller Armuth ach⸗ tungswerthen Familie Anſelm nicht darunter leiden.

Ebenſo haben wir zwar in dem Palais der Mar⸗ quiſe de la Bourbe die verwerflichen Seiten der Ari⸗ ſtokratie kennen gelernt, aber gewiß haben uns die rühmenswerthen, liebenswürdigen Eigenſchaften der beiden Marquis von Bellaflor und beſonders der lie⸗ benswürdigen Baronin von Lac reichlich dafür ent⸗ ſchädigt.

In dem abſcheulichen Mönche Patricius haben wir eben ſo das getreue Abbild jener lächerlichen Faul⸗ lenzer, die bald von allen gebildeten Nationen ausge⸗ ſtoßen ſein werden, als zugleich das wahre Konterfei der Abſolutiſten und Inquiſttionsvertheidiger darzuſtel⸗ len verſucht.

In der Fabel unſeres Werkes hoffen wir getreu der Natur gefolgt und jede unzuläßige Uebertreibung vermieden zu haben, ohne jedoch durch Trivialität zu langweilen.

Was die politiſchen Ereigniße betrifft, ſo iſt die Periode des estatuto royal vollſtändig mit den bedeu⸗ tendſten Details aufgenommen, und wir hoffen durch neue Auffaſſung und unparteiiſche Schilderung dieſelben in ein klares Licht geſtellt zu haben.

Bei der Beſchreibung der Volksſitten, ſo wie der

bedeutenden Gebäude und Paläſte in und um Madrid,

haben wir verſucht, Kürze und Genauigkeit zu ver⸗ binden.

Wir wollten kein Handbuch für Reiſende ſchreiben, denn in dieſem Falle wäre unſere Aufgabe eine ganz andere geweſen, um ein getreues und genaues Bild von Madrid, allen ſeinen wiſſenſchaftlichen, literariſchen und Kunſt⸗Anſtalten, ſeinen gemeinnützigen Vereinen dem Handel und der Induſtrie, überhaupt ſeinen Fort⸗ ſchritten in der Civiliſation zu geben. Unerwähnt blieb das prächtige Muſeum für Seulptur, für Marine,