vagegen fühlte? Nachdem die Vorſehung mir durch Erb⸗ ſchaft ein kleines Vermögen zugewandt, hätte ich ſollen zufrieden ſein; Ehrgeiz und ſchlimme Rathſchläge haben mich zu Grunde gerichtet.
„Verwünſcht ſei der Mann, der, meine Eigenliebe zu reizen, mich auf dieſen verderblichen Weg zu leiten wußte. Ohne ihn wären wir glücklich. Auch Du, liebe Frau, haſt in ſeine verderblichen Rathſchläge einge⸗ ſtimmt— doch ich bin weit entfernt, Dir Vorwürfe zu machen— ich allein trage alle Schuld: ich hätte nicht ſpielen ſollen, und es hat mir auf der andern Seite auch an gutem Rathe nicht gefehlt.
„Es blieben mir noch einige ſchwache Vermögens⸗ Reſte, mit welchen ich meine Exiſtenz friſten könnte; allein ich, der ich ſeit unſerer Verheirathung keinen andern Gedanken hatte, als Dir ein unabhängiges Leben zu ſichern, ſollte nun einen ſolchen Ausgang er⸗ tragen, Dich in Armuth ſehen?
„Und Du, lieber Sohn, dem ich meine ganze übrige Liebe zuwandte, nimm ein Beiſpiel an Deinem unglück⸗ lichen Vater! Mit welcher Freude ſah ich Dein Em⸗ porblühen; mit welcher Freude vernahm ich das all⸗ gemeine Lob, das Deiner guten Aufführung zu Theil wurde! Du mußt nun ohne meine fernere Leitung al⸗ lein ſtehen; ſei der Troſt und die Stütze Deiner Mut⸗ ter. Seit ſechs Monaten wollte ich Dir meinen Kum⸗ mer anvertrauen, mit Dir über eine etwaige Aushilfe ſprechenz allein die Scham war ſtärker als mein Wille, und ich unterließ es.
„Liebes Kind! ich bin ein Opfer des Mißgeſchicks; ich habe gegen dasſelbe gekämpft, und glaubte es über⸗ wunden zu haben; jetzt bin ich wieder ſeine Beute und dreißig Jahre älter. Ich bin froh, Dir eine gute Er⸗ ziehung gegeben zu haben: ſie wird Dir aus Deiner ſchlimmen Lage leicht heraushelfen. Wenn Du heirathen willſt, ſo nimm eine Frau mit einigem Vermögen, denn Jzco, Marie. U. 24


