Teil eines Werkes 
2. Bd. (1845)
Entstehung
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und das Unglück führte nun eine vorläufige Verſöhnung herbei, die durch das Dazwiſchentreten Martins und Lieschens ganz und gar beſtätigt wurde. Wir müßten übrigens ein halbes Dutzend Bände füllen, wollten wir alle Seiten⸗Detailles unſerer Geſchichte mit Eugen Sue'ſcher oft lang⸗ weilender Umſtändlichkeit erzählen.

Martin vermißte am andern Morgen ſpogleich ſein Taſchenbuch mit dem ihm überaus theuren Inhalt, das ihm bei dem Hervorſpringen, als Lies⸗ chen angefallen wurde, aus der Bruſttaſche heraus⸗ geſchoſſen war.

Wieder einen Morgen ſpäter, und man las in denNachrichten mit wenigen Worten, daß ein Taſchenbuch ſo und ſo verloren gegangen und, da es nur für den rechtmäßigen Beſitzer von Werth, aber für dieſen von großem Werth ſei, ſehnlich wieder gewünſcht werde.

Welche Aufſchlüſſe Lieschen, welche andere Martin gab und geben mußte, das brauchen wir nach dem Vorhergehenden wohl nicht erſt zu erzählen.

Der Patricier und ſeine Frau reichten ſich die Hände und verſprachen, über die Vergangenheit der jungen Leute den Schleier ausgebreitet zu laſſen.

Martin iſt nicht mehr der Blouſenmann, welcher mit Schnitzbeſen auf den Straßen umherzieht, ſondern er ſitzt durch Vermittelung des Patriciers ruhig auf dem Comtoir eines Handelsherrn zu Amſterdam, arbeitet fleißig und ſchreibt faſt ebenſo fleißig an ſeine Louiſe.

Und wo iſt dieſe jetzt? Werden diejenigen Leſer neugierig fragen, welche das niedliche Harfenmädchen