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Es verſtand ſich von ſelbſt, daß er es dem Pa⸗ tricier unmittelbar hinbrachte, ohne auch nur einen Blick hineinzuwerfen.
Das Taſchenbuch gehörte denn freilich auch dem Patricier, aber— es war nicht jetzt, nicht von ihm verloren worden!
Als er es öffnete und darin das vergilbte Blätt⸗ chen mit den von Frauenhand ſchlecht geſchriebenen Worten fand:„Nimm mich mit; ich heiße Louiſe“ — da ſchüttelte er den Kopf und kam auf die Vermuthung, daß hinter dieſen ſeltſamen Hiero⸗ glyphen irgend ein Geheimniß verborgen ſein müſſe. Aufgeregt und nachdenkend ging er zu ſeiner Frau und ſagte: Sieh doch ein Mal— da bringt der Quartiersmann mir mein längſt auf unſerm Garten verloren gegangenes Taſchenbuch wieder, welches
wir damals von irgend einem Herumtreiber ge⸗ ſtohlen glaubten— nicht wahr, der Kartenleger
hatte, wie Du ihn einſt meinetwegen befragteſt, Dir geſagt, ein Beſenhändler habe es gethan? fügte er lächelnd hinzu— genug, und jetzt befindet ſich nichts weiter als dieſes merkwürdige vergilbte Blatt darin.
Die Frau hatte kaum einen Blick dahin ge⸗ ſchlagen, als ſie erblaßte ohne ein Wort hervor⸗ bringen zu können.
Sollte der Leſer ſich wundern, daß der Patricier noch ſeine Frau hat, ſo müſſen wir hier kurz be⸗ merken, daß der Brand auch hier vermittelnd da⸗ zwiſchen getreten war. Durch die Machination Bonaparte's ſollte am Abend des Himmelfahrts⸗ tages eine vollkommene Entzweiung ſtatt ſinden
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