——————
— 264—
Es war Harfenlieschen!
Auch ſie hatte vermuthlich an dieſem Tage einen großen Marſch durch die Umgegend gemacht. Die Harfe war ihr gewiß ſchon ſchwer geworden und wurde ihr jetzt noch ſchwerer. Sollte ſie dabei nicht an Martin gedacht haben und in dem Augen blick denken?—
Ja!— aber ſie ahnete nicht, wie nahe er ihr war.—
Der Verdienſt war außerdem nur ſpärlich aus⸗ gefallen, denn wer mochte in dieſer kummervollen Zeit etwas für Muſik überhaupt geben, oder ſie auch nur hören!
Lieschen ſetzte abermals ihre Harfe nieder und blickte voll Sehnſucht und Liebesregung zum Mond empor, der ihr ebenfalls voll Zärtlichkeit und Mit⸗ leid in das blaſſe Geſicht zu gucken ſchien.
Plötzlich ſprang ein Kerl in Lumpen aus der Oeffnung eines Kellergewölbes hervor, faßte ſie rauh und heftig an und forderte ſie auf, ihm ihre Barſchaft zu geben.
Die Beſtürzte und Erſchrockene zitterte wie Es⸗ penlaub und ſtieß einen Schrei aus.
Er wurde nur von Einem, außer dem Vaga⸗ bonden, gehört. Martin fuhr haſtig empor. Er wußte nicht, ob er gewacht oder geträumt hatte, denn der Laut, welcher ihn aufgeweckt, ſchien mit zu ſeinem Traume zu gehören. Er hatte ſein Lies⸗ chen ja in Räuberhänden geſehen!
Wir bitten den Leſer, ſich hierbei gefälligſt auch der Verkündigung unſeres Kartenpropheten zu er⸗ innern.—


