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Allmälig regte ſich das Leben, hob ſich die Hoff⸗ nung wieder.
Hamburg erfuhr ja an ſich ſelbſt am beſten, daß es im herzlichſten Sinne ein einiges, brüder⸗ liches Deutſchland gäbe! Daß kein Staat in der Noth mehr verwaiſt und verlaſſen daſtehe! Daß tauſend und abertauſend Hände bereit ſind, Thränen, von Deutſchen geweint zu trocknen!— Auch unſer Blouſenmann, auch das Harfen⸗ lieschen, obgleich es von Martin's Wiederkehr noch nichts wußte, gingen auf's Neue ihrem Geſchäfte nach.
Der prächtigſte Regenbogen hatte am Tage die ganze Stadt von einem Ende bis zum andern mit ſeinem ſiebenfarbigen Bande überzogen. Jetzt war es Abend, es war faſt Nacht geworden, aber eine laue Juninacht. Der bleiche Mond ſtand am klaren blauen Himmel und ſchaute träumeriſch auf die weiß ſchimmernden Steine und die Ruinen herab.
Martin hatte eine weite Tour über Land gemacht. Als er durch die Brandſtätte zog und in die Gegend der gefallenen Nicolaikirche kam, da ſetzte er ſich ermattet auf einen Mauerrand hinter einem anderen, der um einige Fuß darüber hervorragte. Gedanken⸗ los ſtarrte er um ſich her und— ſank in Schlummer.
Er mochte etwa zwei Stunden dort träumend geſeſſen haben; die Glocke auf St. Catharinen ſchlug halb elfß; es war wie ausgeſtorben auf dem großen Trümmerfeld, kein Tritt ließ ſich hören in den öden Straßen— als doch noch Jemand mit langſamen Schritten daherwankte


