— 24—
Schweſter, Mutter— gieb meinem Joſeph Dein Kind! Er iſt ein armer Burſch, aber Herz und Hand ſind treu und ſtark, und die Kinder haben ſich in Ehren lieb. Ewr. Ehrwuͤrden— beiſen
Sie mir doch bitteu!*
Wallburg hob die Augen gen Hiunnel, brah kein Wort, und eilte in ihr Kaͤmmerlein. Sie holte den Ring herbei, den ihr vor funfzehn Jahren der Churfuͤrſt geſchenkt, und einen andern noch, den Joſeph ſelbſt gar ſinnreich gefaßt.
Sie trat langſam und feierlich wieder her⸗ vor, und ſprach zu Joſeph, indem ſie die Ringe ihm darreichte: Nimm hin mein Kind, in Got⸗ tes Namen! Du haſt Gluͤck und Schmerzen uͤber uns gebracht, gewiß wird es zum Guten ſeyn! Meiner Antonie Wohl und Weh leg' ich in Deine Hand, nimm ſie hin, und mache ſie gluͤcklich als ein redlicher Mann, der bis in den Tod nicht von Weib und Kindern laͤßt.
Lieber, lieber Joſeph! rief der herbeieilende Lippold froͤhlich, nun bleibſt Du mein Bruder, und wir laſſen einander nicht, bis in den Tod!
Unter Gottes freiem Himmel, in einſamer Abendſtille peichten die Liebenden einander die


