Teil eines Werkes 
1. Th. (1822)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

3

14 Wallburgs runde Hand, indem er ihr ſagte: Wo des Himmels Segen ſo reich, und des Men⸗ ſchen Herz ſo gut, da muß auch das Gluͤck mit

ſeinen irdiſchen Gaben einkehren, ſchoͤne Wall⸗

burg! hebe den Ring gut auf!

Nun erſt ließ der Churfuͤrſt die Hand der bebenden Wallburg los, und nahm aus der funkelnden Brieftaſche, die er raſch aus dem Buſen gezogen, einige Wechſel, die er Wall⸗ burg uͤberreichte, indeß er guͤtig dem forſchen⸗ den Siegfried die Brieftaſche zum Anſchauen uͤbergab. Dieſe war ein Meiſterwerk der fein⸗ ſten Juwelierarbeit, die Raͤnder und das Schloß von goldgetriebenem Grund mit bunten Edelſtei⸗ nen. Beim Ueberkeichen war, dem Churfuͤrſten unbemerkt, ein kleines himmelblaues Blatt daraus entfallen. Sein guter Engel gab Siegfried ein, es dem Eigner zuruͤck zu reichen, doch eine finſtre Gewalt bewog ihn, es raſch aufzuheben und in ſeinen Aermel zu verbergen, dann gab er blaß und zitternd die Brieftaſche zuruͤck. Der Chur⸗ fuͤrſt bemerkte Siegfrieds leidenſchaftliche Bewe⸗ gung nicht. Er ſagte Wallburg: ſie ſolle ihre ſchoͤne That vollbringen, und die Wechſel hier als ein Capital anſehen, deſſen Intereſſen ihr

4 5.