ben!— Ich wuchs als ein muͤßiger, liederlicher
Burſch auf, meine arme Lisbeth hielt mich nicht fuͤr ſo ſchlecht, als ich war, ſie wurde mein auf mein bloßes Treuwort, ich verhoͤhnte ſie in mei⸗ nem Herzen, und noch mehr, als ſie mich nun, von der fuͤrchterlichſten Angſt durchſchaudert, an
mein Wort mahnte— Mein Vater war geſtor⸗ ben, ich gieng auf und davon in den Krieg. Aus
Uebermuth und Lebensverachtung hielt ich mich brav, verkrüppelt, und ohne Lohn verabſchiedet, gieng ich nach W.... zuruͤck. Die Kugel hatte mir den Frevel aus dem Gemuͤth getrieben, ich wollte Lisbeth wiederum auſſuchen, lange Zeit irrt' ich in der ganzen Gegend umher, um ſie zu finden, und fand ſie nicht. Oft blickt' ich in
den Main, und dachte, im Grunde muͤßte ihre
Leiche und die meines armen Kindes liegen— und es rief in mir: ſtuͤrz dich auch hinab, ſo findeſt du ſie wohl Beide! Doch beſtegt' ich in mir wieder die boͤſen Gedanken, und ich fand meine Lisbeth auf der Landſtraße, das Kind auf den Armen, ihr Brod ſuchend— da bat ich um
Vergebung, und ſie vertraute mir wieder, und
reichte mir in der naͤchſten Kapelle die Hand. Seitdem wandern wir umher, doch immer ohne


