Teil eines Werkes 
2. Bdchn (1826)
Entstehung
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ren Schönheit vorzüglich ihren Neid rege machte; ihre muntre Laune nannte ſie Ausge laſſenheit, ihren Anzug unanſtändig, ihre ange⸗ nehme Ungezwungenheit Unſittlichkeit, die Ge⸗ fälligkeit ihres Gatten Blindheit und Dumm heit; kurz ſie ließ dem jungen Ehepaar auch nicht eine gute Eigenſchaft.

Fulvia hatte dies nicht nur durch ihre Freundinnen erfahren, ſondern Madame Ar⸗ mand ſelbſt, unter dem Vorwand, daß ihr Alter ihr erlaube, offen zu ſprechen, hatte ſie oft bitter getadelt, und hielt Morange Straf⸗ predigten, daß er einer Unbeſonnenen zu viel Freiheit verſtatte, und weiſſagte ihm, der Leichtſinn ſeiner Frau werde gewiß ſeinem guten Namen noch großen Nachtheil bringen.

Morange, der Madame Armand für die leibhafte Tugend hielt, glaubte, ihre Ermah⸗ nungen wären gut gemeint, und antwortete ihr ſanft, daß er das feſteſte Vertrauen zu