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Drei Weiber : eine Novelle / von dem Abbè de la Tour. Aus d. franz. Manuskript übers. von L. F. Huber
Entstehung
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was man bey Weibern Tugend nennt, rechne, würde mich betrüben, wenn ſie wieder in das entgegengeſetzte Laſter verfiele, Ungeachtet al⸗ les deſſen was ich ihr zu verdanken habe, un geachtet ihrer vortreflichen Eigenſchaften und ihres einnehmenden Weſens, hatte ich anfangs Mühe, den Widerwillen den mir ihre Aus⸗ ſchweifungen einflößten zu überwinden; damals verbarg ich ihn, und jezt iſt er beſiegt. Arme Joſephine! Heinrich läßt ſich manchmal mer⸗ ken, daß es ihm lieber wäre, ſie hätte es nicht verſtanden wie man dem Poſtillion den Weg nach Bremen anwies. Er liebt, wie er ſagt, das Meer und die Seereiſen; meynt, Amerika müßte ein herrliches Land ſeyn. Geſtern fragte man ihn, indem man auf die beyden kleinen Theobalde zeigte, die an der Bruſt ihrer guten Mutter lagen: welchen von beyden er für ſei⸗ nen Sohn hielte? Was weiß ichs? antwor⸗ tete er, den Rücken kehrend; vielleicht der eine wie der andre! Ich weiß dieſe harte Rede

von Joſephinen ſelbſt, die ich einen Augenblick

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