Teil eines Werkes 
18. Bd. (1851)
Entstehung
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dem Dolche des argwohnvollen Gemahls. Die Liebe zur Muſik ſteigerte ſich an den Höfen mit dem Ablaufe des Jahrhunderts und mit dem erſten Jahrzehnt des XVII., zumal unter dem habsburgiſchen Geſchlechte. Doch galten die Italiäner noch nicht als einzige Muſter; Kaſtraten kannte man noch nicht, und in der zahlreich beſetzten Kapelle Kaiſer Ferdinands II. im J. 1636, welche faſt ausſchließ⸗ lich die Verherrlichung des Gottesdienſtes zum Zwecke hatte, finden wir nur deshalb unter den Inſtrumentiſten und Sängern etwa 28 italiäniſche Namen(Rubini, Roſſni, Piccolini u. a.) und einen Hofkapellmeiſter Giovanni Valen⸗ tini neben 32 Deutſchen oder Slaven, weil die Erbſtaaten und die italiäniſche Zunge ſo nahe ſich berührten. Andere muſikliebende deutſche Fuͤrſten begnügten ſich noch bei Feſt⸗ lichkeiten mit dem Lärmen der Keſſeltrommeln, Trompeten und Jagdhörner, oder hatten, wie Johann Georg I. von Sachſen, tüchtige Eingeborene in ihrem Dienſte. Was die Kunſt des eigentlichen Hiſtrionen anbetrifft, ſo iſt auffal⸗ lend, daß neben den Romanen ein ſonſt edelgebehrdeter, ſtolzer germaniſcher Stamm zuerſt die angeborene Scheu vor Proſtitution im edleren Sinne, als Schauſpieler und Acteur überwand. Wie bekannt, waren es zuerſt zerſprengte engliſche Comödiantentruppen, welche als eigentliche Schau⸗ ſpieler von Fach und zum Lebensunterhalt in Deutſchland erſchienen. Es iſt dieſes frühe Auftreten der Engländer als Mimen, Equtlibriſten, Kunſtreiter(ſogenannte engliſche Reiter) um ſo auffallender, als ſelbſt Nationen von we⸗ nigerem Stolze und geringerer allgemeiner Bildung bis auf dieſe Stunde es nicht über ſich vermögen, von angeborener Fertigkeit mit Selbſtentäußerung und Preisgebung ihrer Perſon zur Schauſtellung ein Gewerbe zu treiben. Polen und Ungarn, geborene Centauren, findet man ſelten in Kunſtreitergeſellſchaften, dagegen gerade die pferdeſcheueſten Romanen, Italiäner, Franzoſen, Spanier.

Zwar lange ſchon vor der Epoche des ſceniſchen Tanzes (Ballet) war dieſe heitere, anmuthige Kunſt mit Leidenſchaft an verfeinerten Höfen geübt worden: aber wenn ſelbſt mit Maskenzügen, theatraliſchen Darſtellungen und opernartigem