Teil eines Werkes 
18. Bd. (1851)
Entstehung
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entſittlichen, den ernſten Geiſt der Nationen leichtfertig zu verflachen, und die große Revolution herbeizuführen. Wir reden nicht von jenen abgefeimten Gaunern, welche als Goldköche, Magier, Mathematiker, Aſtrologen, Nekroman⸗ ten, Wunderärzte, Schwarzkünſtler an den Höfen faſt aller Fürſten ſich einniſteten, oder im Geheim durch Trugkünſte ihre gläubigen Jünger verarmen machten, und ſie zu den thörigſten unheilvollſten Unternehmungen verlockten. Zwar ließe ſich eine ziemlich lange Gallerie ſolcher welſchen dämo⸗ niſchen Geſellen, von Pietro di Apone bis auf Caglioſtro zuſammenſtellen, deren gefährlichſter für Deutſchland Hiero⸗ nimo Scotto aus Parma war, welcher im Jahre 1578 den leichtſinnigen jungen Kurfürſten von Köln, Gebhard Truch⸗ ſeß, durch ſeine Zauberkünſte zur verderblichen Buhlſchaft reizte, in deren Folge ein heilloſer Krieg das weſtliche Deutſch⸗ land dem Einfluſſe der Spanier öffnete; derſelbe italiäniſche Bube, welcher zu Koburg im Jahre 1592 die Anna von Sachſen, Gemahlin Johann Kaſimirs, teufliſch zum Ehe⸗ bruch berückte. Dieſen Italiänern ſtand gleichzeitig eine große Zahl einheimiſcher Betrüger oder Nebenbuhler zur Seite, ein Agrippa von Nettesheim, Fauſt, Paracelſus, ein Thurnhäuſer und die ganze Zunft der deutſchen Adepten; das angedeutete neue Stadium war weit umfaſſender und bot zahlloſem Geſindel die Quelle des Reichthums und ein in wüſte Sinnenluſt verſunkenes Leben. Wir meinen den Höheſtand, welchen die Muſik, das Theater, die Oper, die Komödie, Pantomime, allen Völkern zur Zeit un⸗ erreichbar, in Italien erſtiegen hatten, endlich diejenige Kunſt, welche die frecheſte Proſtitution aus dem unſchuldigſten Aus⸗ druck der Lebensluſt entwickelt hatte, den ſceniſchen Tanz. Der erſte bekannte Italiäner, welchem ſein muſ ikaliſches Geſchick an ausländiſchen Höfen eine beneidete Stellung er⸗ warb, die freilich blutig endete, war der Sänger David Rizio aus Turin. Wahrſcheinlich durch die Verbindung Frank⸗ reichs mit Italien in der Zeit der Katharina von Mediei nach Paris und dann mit der Witwe Franz II., der leicht⸗ ſinnigen, ſchönen Maria, nach Schottland gekommen, büßte er entſetzlich ſeine Gunſt, ſeine Eitelkeit und Habſucht unter